15.09.2007 14:04 |

Über Stock & Stein

Two Worlds für die Xbox 360

Nach gut vier Monaten des Wartens dürfen nun endlich auch Besitzer einer Xbox 360 in "Two Worlds" mit dem namenlosen Söldner durch die Wiesen und Wälder Antaloors schreiten. Ob es das Rollenspiel mit dem schier übermächtigen "Oblivion" aufnehmen kann, erfährst du hier.

An der grundlegenden Geschichte hat sich natürlich nichts geändert: 300 Jahre nach der Schreckensherrschaft Aziraals kündigt der Gott der Zerstörung seine Rückkehr nach Antaloor an. Und obwohl wir als Söldner eigentlich auf der Suche nach der entführten Schwester sind, scheint die eigene Vergangenheit in unweigerlichem Zusammenhang mit dem im Süden des Reiches schwelenden Konflikt zu stehen.

So ziehen wir auf der Suche nach Schwester und eigener Vergangenheit durch die abwechslungsreich gestalteten Landschaften Antaloors, stets Ausschau haltend nach neuen Abenteuern, die nicht nur den Geldbeutel, sondern auch das Erfahrungspunkte-Konto anwachsen lassen. Mit jedem Levelaufstieg dürfen schließlich Fertigkeiten, wie Stärke, Willenskraft oder etwa Geschicklichkeit, und Fähigkeiten, wie das Stellen von Fallen, Blocken mit dem Schild oder das Wirken von Zaubern, verbessert werden.

Wenngleich sich Xbox- und PC-Version (Test siehe Infobox) also in vielen Punkten gleichen, so gibt es doch zwei ganz wesentliche Unterschiede, die bei einer Portierung von PC auf Konsole von Bedeutung sind: Steuerung und Grafik.

Prinzipiell lässt sich sagen, dass die Steuerung von "Two Worlds" auch auf der Microsoft-Konsole eine gute Figur macht. Mit links bewegt man sich, rechts wird die Kamera gedreht. Geprügelt bzw. gezaubert wird hingegen mit den beiden Bumpern, während mit den Buttons allgemeine Aktionen gesteuert werden. Das Ganze funktioniert während des Spiels tadellos, gerade im Inventar geht der Wechsel von Maus zu Controller jedoch nicht so leicht von der Hand. Der Grund: Der Cursor wechselt stets nur von Item zu Item bzw. von Menüpunkt zu Menüpunkt, ist also nicht frei bewegbar. Vor allem das Zurechtfinden und Scrollen auf der Karte wird dabei zur Geduldsprobe.

Schade ist auch, dass sich die Items per Drag & Drop nicht manuell verschieben lassen. Zwar bietet "Two Worlds" nach wie vor die automatische Sortierfunktion, das menschliche Auge vermag manchesmal aber doch die eine oder andere Lücke auszumachen, in der ein Gegenstand noch Platz finden würde. Trotz allem gibt es einige Aktionen, wie etwa das Kombinieren von Edelsteinen mit Waffen oder Brauen von Zaubertränken, die recht komfortabel und schnell mit ein paar Knopfdrücken zu lösen sind.

Auch in punkto Grafik muss der Xbox-360-Besitzer leider Abstriche in Kauf nehmen. Die verschneiten Berge, saftigen Wiesen und vor Hitze flimmernden Wüstenlandschaften Antaloors sehen auf dem PC zwar nur unwesentlich besser aus, dafür bleibt die Framerate am Rechner stabil. Auf der Xbox kommt es hingegen immer wieder zu störenden Rucklern, die letzten Endes einen entscheidenden Einfluss auf die finale Wertung haben. Zu gute halten muss man "Two Worlds" jedoch, dass auch "Oblivion" alles andere als flüssig läuft. Neben der Performance müsste auch bei den Animationen nachgebessert werden: Gesichtszüge und Bewegungsabläufe wirken noch immer zu hölzern und abgehakt.

Fazit: "Oblivion" oder "Two Worlds"? Nach wie vor lässt sich die Frage nicht zu Gunsten des einen oder anderen Titels beantworten: Auf der einen Seite steht die komplett offene, von Quests fast schon überladene und den Spieler dadurch oftmals überfordernde Welt von "Oblivion". Auf der anderen Seite das eher lineare und in vielerlei Hinsicht nicht so tiefgründige "Two Worlds", das jedoch mit einer riesigen Spielwelt, dem leichten Einstieg und action-lastigerem Gameplay punkten kann. Wer wochenlang in einer Rollenspielwelt versinken möchte, dafür aber oftmals auch in der einen oder anderen Sackgasse landet, der greife zu "Oblivion". Unkomplizierter Spielspaß, ohne stundenlange Quests und schier ewiges Warten auf den nächsten Levelaufstieg, erwartet hingegen die Spieler von "Two Worlds".

Plattform: Xbox 360, PC
Publisher: Zuxxez
Krone.at-Wertung: 80%

von Sebastian Räuchle

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