21.08.2007 17:19 |

Qualvolle Reise

Unfall-Odyssee auf dem Weg zum Schlachthof

Nach dem Motto "ein Unglück kommt selten allein" sind knapp 200 Schweine innerhalb weniger Stunden in zwei Unfälle verwickelt worden. Während die Tiere bereits in den frühen Morgenstunden in Oberösterreich mit ihrem Transporter umgestürzt waren, verursachte ein Ersatzlenker wenige Stunden später nahe Graz in einem Tunnel erneut einen Unfall. Nachdem die Borstentiere beim ersten Crash zum Teil verletzt auf der Fahrbahn herumliefen, musste nach dem zweiten Unfall erneut ein Ersatz-Lkw angefordert werden.

Der von einem 31-jährigen Deutschen gelenkte Schweinetransport war gegen 2.15 Uhr auf der A8 Richtung Graz unterwegs gewesen. Der Kraftfahrer wurde von einem Pkw geschnitten und verriss deshalb sein Fahrzeug. Der Lkw geriet auf das Bankett und kippte um. Mehrere Schweine wurden dabei aus dem Anhänger geschleudert. Die Tiere blieben teils verletzt liegen, andere rannten in Panik auf der Fahrbahn herum (Bilder siehe Infobox).

Das wurde der 43-jährigen Deutschen aus dem Landkreis Ansbach und ihrer Familie zum Verhängnis. Sie konnte mit ihrem Auto nicht mehr ausweichen, überfuhr eines der Schweine, geriet daraufhin ins Schleudern und prallte gegen einen Lkw. Die Frau, ihr 45-jähriger Ehemann, der zwölfjährige Sohn und die neunjährige Tochter wurden verletzt ins Krankenhaus Grieskirchen gebracht.

Notschlachtungen auf der Autobahn
Die herumlaufenden Schweine mussten in der Dunkelheit von den Einsatzkräften gesucht und eingefangen werden. Einige Tiere waren so schwer verletzt, dass sie noch an Ort und Stelle notgeschlachtet werden mussten. Die Reise der verbliebenen Borstentiere setzte ein herbei gerufener Ersatzlenker mit einem neuen Transporter in Richtung Graz fort.

Doch bereits gegen 9.40 Uhr wurde die Fahrt erneut unsanft gestoppt. Der Lenker dürfte eingeschlafen sein und touchierte mit seinem Schwerfahrzeug das Portal des Gratkorntunnels. Dann schlitterte er rund 200 Meter an der inneren Tunnelwand entlang und riss laut Asfinag eine Ampel ab.

Zum zweiten Mal kein Schwein gehabt
Bei dem zweiten Unfall wurden weder der Lenker noch eines der restlichen Tiere verletzt, doch die Schweine mussten abermals eingefangen und in einen Ersatz-Lkw umgeladen werden. Das Schwerfahrzeug, bei dem die vordere Achse gebrochen war, musste abgeschleppt werden.  

Die Tiere dürften laut einem Asfinag-Mitarbeiter aus dem deutschen Bundesland Sachsen kommen und waren zu einem Fleischverarbeitungsbetrieb in Straß südlich von Graz unterwegs.

Bild: FF Meggenhoffen

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