20.07.2007 14:04 |

60 Tote im Meer

Flüchtlingsboot kentert vor den Kanarischen Inseln

Nach dem Untergang eines Flüchtlingsbootes vor den Kanarischen Inseln hat der spanische Seenotrettungsdienst drei Leichen aus dem Atlantik geborgen. Von den übrigen mehr als 50 vermissten Afrikanern fehle jede Spur, wurde am Freitag gemeldet. Die Behörden gehen davon aus, dass bei dem Unglück fast 60 Menschen ertrunken sind. 48 weitere waren gerettet worden (im Bild: Überlebende auf einem Boot der Seerettung).

Nach Aussage der Überlebenden stammen die Flüchtlinge überwiegend aus Liberia und Ghana. Das Boot mit rund 105 Insassen sei zehn Tage vor dem Unglück in Guinea-Bissau ausgelaufen. Ziel seien die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln gewesen. An Bord waren auch sechs Brüder, von denen nur einer überlebte, wie die Rettungskräfte mitteilten.

Boot bei Rettungsaktion gekentert
Das Boot war in der Nacht auf Donnerstag rund 170 Kilometer vor der Küste Teneriffas gekentert, als ein Rettungskreuzer die in Seenot geratenen Afrikaner an Bord nehmen wollte. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte schwere See mit Sturm und vier Meter hohen Wellen. Die Behörden setzten die Suche am Freitag mit mehreren Schiffen und Hubschraubern fort. "Wir stehen vor einer humanitären Katastrophe", sagte Spaniens Staatssekretärin für Einwanderungsfragen, Consuelo Rumi, im privaten Radiosender Cadena Ser.

Immer wieder sinken Flüchtlingsboote
Genaue Angaben zur Zahl afrikanischer Flüchtlinge, die auf dem Weg nach Europa ertrinken, gibt es nicht. Das Drama vom Donnerstag ist aber eines der schwersten bekannten Unglücke in Spanien seit Oktober 2003. Damals waren mindestens 34 Menschen aus Nordafrika vor der spanischen Küste bei Cadiz ertrunken. Im Dezember 2006 verschwanden rund hundert Senegalesen vor der Küste Afrikas. Die Kanarischen Inseln sind eines der Hauptziele illegaler Flüchtlingsboote aus Afrika.

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