02.07.2007 14:58 |

Doping-Geständnis

ÖRV schließt deutschen Radprofi Jaksche

Der österreichische Radsportverband ÖRV hat am Montag den in Tirol lebenden und daher mit ÖRV-Lizenz fahrenden deutschen Radprofi Jörg Jaksche suspendiert und ein Dopingverfahren gegen ihn eingeleitet. ÖRV-Generalsekretär Massak stellte auf Basis dessen Doping-Geständnisses einen Prüfantrag an den dreiköpfigen Anti-Doping-Ausschuss des Verbandes, dem auch der Ex-Profi Gerhard Zadrobilek angehört.

Der Anti-Doping-Ausschuss ADA ist in erster Instanz im Dopingfall Jaksche zuständig. Dem Wahl-Kitzbühler droht eine zweijährige Sperre. Nach geltendem Recht der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA und des Radsport-Weltverbandes UCI könnte mit einer "Kronzeugen-Regelung" das Strafmaß auf die Hälfte gesenkt werden. Dazu müsste Jaksche aber wohl nicht nur Namen nennen, sondern eine Beweiskette schlüssig darlegen.

Jaksche selbst fühlt sich nach seinem Doping-Geständnis befreit. "Damit bin ich mit mir erstmals wieder im Reinen. Ich bin einigermaßen befreit, weil die Sache vorbei ist und ich jetzt niemanden mehr großartig anlügen muss", sagte der 30-Jährige am Montag dem Radiosender Bayern 3.

Er stehe jetzt der Sportjustiz mit Informationen zur Verfügung, die er in zehn Jahren gesammelt habe, um den Sport sauberer zu machen. "Es geht nicht darum, irgendjemandem ans Bein zu pinkeln oder an die Wand zu fahren. Es geht einfach um das Wohl des Sports. Wenn mich jemand verklagen will: Bitte gerne."

Zu seinem Geständnis und möglichen Folgen betonte er: "Ich bin von niemandem bedroht oder angemacht worden. Es gab Leute, die haben die ganze Sache in Frage gestellt, aber es war jetzt meine Entscheidung, das so zu machen und die trage ich." Jaksche betonte in dem Interview erneut, dass die Telekom-Teamleitung vom Doping wusste. "Das war ein fest installiertes System."

Freitag, 07. Mai 2021
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