30.06.2007 19:18 |

1 Toter, 16 Verletzte

Amokfahrer rast in Menschenmenge

Im Alkoholrausch ist ein Amokfahrer bei einem Dorffest im Elsass zwei Mal in eine Menschenmenge gerast und hat dabei einen Gast getötet und 16 weitere verletzt. Nach Angaben des Pariser Innenministeriums erlag ein 21-Jähriger seinen Verletzungen, zwei Menschen schweben nach dem Drama am frühen Samstagmorgen noch in Lebensgefahr. Innenministerin Michèle Alliot-Marie verlangte eine lückenlose Aufklärung der Hergangs und "exemplarische Bestrafung".

"Die Menschen sind beim Aufprall wie Kegel durch die Luft geflogen", sagte ein Feuerwehrmann, der zum Sicherheitsdienst des Festes in Berrwiller gehörte. "Er hat extra Gas gegeben und ist ein zweites Mal in die Menge gerast", so ein Zeuge. Das Auto habe ein Tempo von etwa 60 bis 70 Stundenkilometern gehabt. "Es war eine Katastrophe", sagte ein Sprecher der Präfektur. "Im Umkreis von etwa 50 Metern habe ich Blutspritzer gesehen", sagte ein Sanitäter.

"Ein Verrückter. Er war betrunken und hat die Reifen seines Autos durchdrehen lassen", sagte ein Feuerwehrmann. Der aus Mülhausen stammende 24-Jährige und ein 18-jähriger Begleiter seien wenig später in dem Auto festgenommen worden. Sie würden vernommen, hieß es nach Angaben der Polizei. Am Morgen hätten Unbekannte das Auto des Mannes in Brand gesteckt, hieß es.

"Er hat die Leute provoziert und beschimpft"
Der Sicherheitsdienst hatte den streitsüchtigen Mann in der Nacht von dem Dorffest auf dem Fußballplatz verwiesen. Aus Wut sei er wenig später mit seinem Wagen zurückgekehrt. "Er hat die Leute provoziert und beschimpft, hat sein Hemd ausgezogen und den Hampelmann gemacht", sagte ein weiterer Zeuge, der sich gerade noch in Sicherheit bringen konnte.

Zum Zeitpunkt der Katastrophe gegen drei Uhr morgens befanden sich die meisten Menschen im Aufbruch und verließen den Fußballplatz und das Festzelt am Straßenrand. "Es waren hunderte von Menschen auf den Beinen und der Sicherheitsdienst bemühte sich, Ordnung zu halten", sagte ein Feuerwehrmann.

Dutzende Helfer im Einsatz
Zwei Hubschrauber und mehr als 60 Feuerwehrleute waren mehrere Stunden lang im Einsatz, um die Verletzten in Krankenhäuser in Colmar und Straßburg zu bringen. Dank der Anwesenheit der Feuerwehr konnte die Hilfe innerhalb weniger Minuten organisiert werden. Die Rettungshubschrauber landeten auf dem Fußballplatz. Das jährliche "Humpafacht" wurde vom lokalen Fußballclub und der Feuerwehr organisiert.