04.07.2007 11:23 |

Schrei nach Glück

Drama aus Spanien: "Dunkelblaufastschwarz"

Eine ungewöhnliche Bitte seines Bruders verändert das Leben eines Mannes, der seinen Hauswartsjob hasst und den die Pflege seines schwer kranken Vaters auslaugt, völlig. Drama des spanischen Nachwuchsregisseurs Daniel S. Arvalo, der als "der neue Almodovar" bezeichnet wird.

Dunkelblau, fast schwarz ist sein Objekt der Begierde: ein eleganter Anzug in einer Vitrine, der ein anderes, selbstbestimmtes Leben verheißt. Fast schwarz ist auch Jorges (Quim Gutirrez) Gemütszustand. Ein verhasster Hauswartsjob und die Pflege seines schwer kranken Vaters laugen ihn aus, sein Liebesleben liegt auf Eis.

Da wendet sich sein älterer Bruder Antonio - aus dem Gefängnis - mit einer mehr als ungewöhnlichen Bitte an Jorge: Er soll Antonios Freundin Paula (Marta Etura), die ebenfalls einsitzt, schwängern, da er selbst zeugungsunfähig ist - und Paula so mit Hafterleichterung rechnen könnte... Und siehe da: In Jorges zum Stillstand gekommenes Dasein kommt endlich wieder Leben. Denn die Gefängnisinsassin erweist sich als seelenverwandt und verführerisch...

Wer wagt, gewinnt
Der spanische Filmemacher Daniel S. Arvalo siebt einem Goldwäscher gleich Sehnsüchte aus dem Alltagsschlamm. Wenn sich sein Protagonist nach Jahren der Duldsamkeit gegen das Ende all seiner Träume wehrt, erahnt man schmerzlich den Schrei nach Glück. Wer wagt, gewinnt. Und sei es nur die melancholische Einsicht, dass dieses Leben keine Generalprobe ist für das, was noch kommt. Ergo: Carpe diem. Wahrhaftigkeit, die berührt! Welche Farbe hat dein Traum?

Von Christina Krisch, Kronen Zeitung

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