01.08.2007 13:56 |

Unterwasser-Tod

Rätselhaftes Hai-Sterben: Schuld war der Stress

Der Stress ist zu viel gewesen: Die sechs Haie, die im Wiener Haus des Meeres bei der Umsiedelung in ein größeres Aquarium verstorben sind, wurden von der Aufregung dahingerafft.

"Die Fische sind innerlich verblutet", umschrieb Elisabeth Licek die genaue Todesursache. Sie hat an der Veterinärmedizinischen Universität die Sektion der Kadaver vorgenommen.

Das stressbedingte Dahinscheiden der Tiere sei nicht vorherzusehen gewesen, betonte der Direktor des Haus des Meeres, Michael Mitic. Es habe sich aber in der Kommunikation mit anderen Zoos nun herauskristallisiert, dass Schwarzspitzenhaie sehr stressanfällig seien. Die für den Transport erfolgte CO2-Betäubung, aber auch eine Vergiftung könne man als Ursache ausschließen, so Tierarzt Gert Adlassnig.

Geschlechtsreife Tiere empfindlicher
Vor allem geschlechtsreife Tiere wie die betroffenen sind nicht sehr stressresistent. "Je größer der Hai ist, desto problematischer wird es", bedauerte Mitic.

Der Verlust der zehn Jahre alten Tiere ist ein herber Rückschlag. Als erste europäische Einrichtung habe man gehofft, Schwarzspitzenhaie in Gefangenschaft nachzüchten zu können, zumal die verstorbene Gruppe bereits Kopulationsversuche unternommen habe.

Lange Wartezeit
Bis ein 60 Zentimeter großer Hai die zur Geschlechtsreife notwendige Größe von über einem Meter erreicht, vergehen rund fünf Jahre. Der Transport der jungen Fische aus Zoos in Übersee stelle normalerweise kein Problem dar.

Zum großen Haisterben kam es, als am 7. Mai das mit 300.000 Litern größte Aquarium Österreichs eröffnet werden sollte. Das Bassin war als neue, großzügigere Heimat für die Haie, Barsche und die Meeresschildkröte "Puppi" gedacht.

 
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