15.03.2007 20:12 |

Große Bedenken

Soldat verweigert Tornado-Einsatz

Als erster deutscher Soldat hat ein Oberstleutnant aus Gewissensgründen die Freistellung vom umstrittenen Tornado-Einsatz in Afghanistan beantragt. Er könne es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, den Einsatz in irgendeiner Form zu unterstützen, sagte der in München stationierte Jürgen Rose. Er habe gravierende verfassungsrechtliche, völkerrechtliche sowie strafrechtliche Bedenken.

Oberstleutnant Klaus Treude, Sprecher des Wehrbereichskommando IV des Streitkräfteunterstützungskommandos in München, bestätigte, dass Rose am Donnerstag einen entsprechenden Antrag eingereicht habe. "So einen Fall haben wir noch nicht gehabt", sagte Treude, der von einer "brisanten Angelegenheit" sprach.

"Zur Zeit brüten die zuständigen Vorgesetzten über dem Antrag." Eine Prognose, wann eine Entscheidung fällt und welche Konsequenzen diese haben könnte, wollte Treude nicht wagen. "Sie können aber davon ausgehen, dass es eine hochwichtige Angelegenheit für uns ist", sagte er.

Der Sprecher erklärte, nach seinem Wissen sei Rose bisher der einzige Soldat, der einen solchen Antrag gestellt hat. Er sei am Donnerstag weiter im Dienst gewesen. Der Offizier ist laut Bericht im Wehrbereichskommando IV in München weiter eingesetzt und für die logistische Unterstützung von Auslandseinsätzen zuständig. Außerdem gehöre er zum Vorstand des Vereins Darmstädter Signal, einem Zusammenschluss kritischer Bundeswehr-Soldaten.