Großes Lentos-Depot

Bilderpass für jedes Kunstwerk

„Man weiß nicht, wie sich die Kunst der Zukunft entwickelt“, sagt Elisabeth Nowak-Thaller. Sie betreut die Sammlung des Lentos und komponiert daraus neue Ausstellungen: Das Depot ist „noch nicht voll. Aber viel Platz ist nicht mehr.“ Rund 1200 Gemälde, 10.000 Grafiken, Installationen und Skulpturen lagern dort.

Die Frage nach der Kunst der Zukunft ist dann virulent, wenn man ein Depot für ein Museum plant. „Vor 100 Jahren ahnte man noch nicht, dass Gemälde heute raumhoch sein würden“, sagt Elisabeth Nowak-Thaller. Doch mit dem Depot im Linzer Kunstmuseum Lentos ist man zufrieden. Auf rund 120 Stellwänden hängen 1200 Gemälde.

Seit der Gründung der Sammlung durch Wolfgang Gurlitt wird jeder Neuzugang nummeriert und erhält ein Inventarblatt: „Darauf sind wissenschaftliche Angaben, aber auch die Geschichte eines Gemäldes verzeichnet. Wo war es bisher verliehen, wo ist es publiziert. Es ist ein ausführlicher Bilderpass.“ Diese Angaben sind freilich auch im Computer zu finden. „Wir sind ein Museum, in dem alle Bestände digitalisiert sind - und zusätzlich sind all diese Informationen aber auch in einem Handapparat“, sagt Nowak-Thaller. Der modernen Technik vertraut man also nicht absolut, wenn es um den Wert der Kunst geht.

Elisabeth Nowak-Thaller stellt immer wieder Ausstellungen aus der Sammlung zusammen: „Ich habe alle Gemälde im Kopf, ziehe dazu aber doch auch gerne den Computer hinzu. Da kann ich zum Beispiel alle Werke, die wir von einem bestimmten Künstler besitzen, ansehen.“

Übrigens: 30 bis 60 Werke im Jahr werden an Museen in der ganzen Welt verliehen. Kunstmuseen aus Japan und Amerika holen sich aus dem Depot des Kunstmuseums Lentos regelmäßig Kunstwerke von Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka.

 

 

Foto: Chris Koller

Freitag, 07. Mai 2021
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