Fr, 26. April 2019
13.12.2017 08:45

"Yves" in Kärnten

122 km/h: So entstand der Föhnsturm

Die extremen Fallwinde des Sturmtiefs "Yves" haben in Kärnten Rekorde gebrochen: Mit 122 km/h - so stark wie noch kein Föhnsturm in den Tälern getobt hatte - fegte der Orkan über unser Land hinweg. Die entfesselte Naturgewalt brachte auch Starkniederschläge, Flüsse traten über die Ufer, Keller wurden überflutet.

In einem Bogen ist "Yves" von Frankreich über die Karnischen Alpen und die Karawanken zu uns gekommen (siehe Grafik): Extreme Temperaturunterschiede entfesselten das Sturmtief, das mit 122 km/h über Ferlach wütete. Das entspricht Orkanstärke (ab 118,53 km/h) und (der höchsten) Windstärke 12 nach der Beaufort-Skala. Es war die höchste je in einem Kärntner Tal gemessene Windgeschwindigkeit. "So starke Südföhnereignisse sind untypisch und wirklich selten", weiß Meteorologe Josef Lukas vom Wetterdienst Ubimet. Martin Ortner von der ZAMG spricht von "einem außergewöhnlichen Föhnsturm". In Bad Eisenkappel und Bad Bleiberg erreichte der Sturm 86 km/h, oben auf der Villacher Alpe wurden sogar 140 km/h gemessen.

Mit dem Sturm kam auch der Regen. Am Loibl in den Karawanken fielen binnen 24 Stunden 144 Liter pro Quadratmeter. Binnen 48 Stunden fiel so viel Niederschlag wie normalerweise in einem ganzen Dezember. Die Regenmassen wiederum ließen Bäche und Flüsse über die Ufer treten. In Villach wurde Hochwasseralarm ausgelöst. Die Gail brachte Überflutungen, Brücken mussten gesperrt und Keller ausgepumpt werden. Ein Sportplatz stand unter Wasser. In Bad Eisenkappel stieg der Wasserstand der Vellach rekordverdächtig hoch an. "Zuerst dachten wir an eine Störung bei der Messstelle", schildert Johannes Moser vom Hydrographischen Dienst. Die Daten logen nicht: Es gab ein 40-jährliches Hochwasser - alles wurde für eine Evakuierung bedrohter Häuser vorbereitet. So weit kam es zum Glück nicht.

In Voraussicht hatte der Verbund bereits im Vorfeld die Drau-Stauseen abgesenkt. Eine Flutkatastrophe wie in Lavamünd 2012 blieb diesmal zum Glück aus.

In den nächsten Tagen soll sich das Wetter beruhigen, die Hochwassersituation dürfte sich entspannen.

Thomas Leitner, Kärntner Krone

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Kärnten
Aktuelle Schlagzeilen
Herzinfarkt
Nach Flugzeug-Drama: Jetzt auch Salas Vater tot
Fußball International
Krebsmittel-Skandal
Grasser beriet deutsche Herstellerfirma
Österreich
Tickets zu gewinnen
Mit krone.at zum Surf World Cup in Podersdorf!
Gewinnspiele
In zweiter Instanz
Jetzt doch: Austria Klagenfurt erhält Lizenz
Fußball National
Ay, caramba!
Ana de Armas: So heiß ist das neue Bond-Girl
Video Stars & Society
„Dancing Stars“
Petzner: „Es werden alle wegbrechen vor Lachen“
Video Stars & Society
Maggies Kolumne
Keine Ausreden!
Tierecke
Dreifachmord in NÖ
„Halte es nicht mehr aus und habe alle erschossen“
Niederösterreich
Kontroverse Diskussion
Champions-League-Reform: Sonderkongress in Malta
Fußball International
Fahrpläne für 1. Mai
SPÖ marschiert, Regierung hält Ministerrat ab
Österreich

Newsletter