Mi, 24. April 2019
13.12.2017 08:35

Tipps für Betroffene

Missglückte Schönheits-OP

Natürliche Schönheit hin oder her: Beauty OPs sind keine Seltenheit. 2016 lag die Zahl der weltweiten Operationen bei 23.626 Stück, eine Steigerung gegenüber den Vorjahren, vermutlich mit einer erheblichen Dunkelziffer. Ein bisschen Botox, ein bisschen Fett absaugen, straffen lassen. Es gibt viele Möglichkeiten und die stete Verbesserung der medizinischen Möglichkeiten sorgt auch hier für eine steigende Anzahl. Nicht immer allerdings ist das Ergebnis wie gehofft.

Gerade in Zeiten von Medizintourismus und günstigen Alternativen zu den sonst oft sehr teuren Eingriffen geht hin und wieder auch mal etwas daneben. Sei es, weil es Komplikationen gab oder aber der Beauty-Doc nicht so ausgebildet ist, wie er angepriesen hat: Missglückte Schönheits-OPs können für eine erhebliche Verschlechterung der Situation sorgen und Betroffene noch unglücklicher mit ihrem Aussehen machen, als es zuvor der Fall gewesen ist. Welche Chance hat der Betroffene?

Zunächst einmal ist festzustellen: Schönheitsoperationen sind an sich kein medizinisch notwendiger Eingriff. Stattdessen handelt es sich - juristisch gesehen - um eine Körperverletzung, in die der Patient ausdrücklich einwilligen muss. Damit nimmt er auch Erklärungen über mögliche Risiken an und tritt "Reklamationsrechte" gewissermaßen ab. Das bedeutet, dass bei regulär auftretenden Risiken, wie z.B. einer Wundinfektion und entsprechender Narbenbildung kein Anspruch auf Schadensersatz besteht.

Schmerzensgeld, eine kostenlose Korrektur oder ähnliches sind stattdessen nur zu erreichen, wenn der Arzt einen tatsächlichen Behandlungsfehler begangen hat, den Patienten nachweislich nicht ausreichend über die bestehenden Risiken aufgeklärt hat oder aber mangelnde Hygiene in den Räumlichkeiten des Operateurs nachzuweisen ist. Das bedeutet: Juristische Handhabe und damit Anspruch auf Ersatzleistungen hat der Betroffene in den seltensten Fällen.

Aber auch wenn Geld hier eine nicht ganz unerhebliche Rolle spielt und ästhetisch-orientierte Eingriffe ihren Preis haben, so ist doch vor allem der physische und psychische Schaden nach einer missglückten OP das größere Problem. Schließlich hat erst der große Leidensdruck die Patienten dazu gebracht, sich unter das Messer zu legen. Eine Verschlimmbesserung des vermeintlichen körperlichen Makels ist am Ende nicht das Ziel der Träume sondern vielmehr die Erreichung eines anderen, eher schlimmeren Extrems.

Diese Negativ-Folgen reichen von entstellten Gesichtern - wenn diese auch primär bei übertriebenen Botox Konsum oder einem generellen Zuviel jedweder Schönheitsbehandlungen auftreten - hinzu hässlichen Narben oder gar einem tatsächlichen gesundheitlichen Problem, z.B. Atemproblemen, wie sie hin und wieder nach Nasenkorrekturen auftreten. So wird hier immer wieder die Nasenscheidewand in Mitleidenschaft gezogen. Ebenfalls hört man von Dellen nach Fettabsaugungen, entzündeten oder gar geplatzten Implantaten oder auch einfach von Wundentzündungen und entsprechenden Verhärtungen.

Was bleibt Betroffenen?

Nun, um diese Frage zu beantworten, muss hier zu einer sehr unbeliebten Phrase gegriffen werden. Denn: Es kommt darauf an. Jeder Fall ist unterschiedlich und es ist nicht möglich, das Unterfangen missglückte Beauty-OP zu generalisieren. Meist hilft nur der Gang zu einem qualifizierten Chirurgen, der kompetent und mit Verstand das Beste aus der Situation machen kann.

Manche Ärzte haben sich gar auf Korrekturen solcher Art spezialisiert. So nahm beispielsweise der ärztliche Leiter des Zentrums für moderne Haartransplantation, Reza Azar, die vielen Anfragen in seinem Bereich als Grund dazu, sich selbst auf neue Methoden und auch korrigierende Eingriffe zu spezialisieren. Heute ist er ein gefragter Spezialist und Autor auf dem Gebiet der modernen Haartransplantation und hilft so Patienten mit erblich bedingtem Haarausfall zu gesunder und natürlich aussehender Haarpracht, geht gegen den "Puppenkopfeffekt" vor und hilft Betroffenen zu einem selbstbewussteren Auftreten - denn dieses ist letztendlich immer am schlimmsten betroffen, wenn ein Patient sich erstmal gegen seinen vermeintlichen Makel entschieden hat.

Korrektur-Spezialisten gibt es so letztendlich auf jedem Gebiet. Vor allem hilft hier der Austausch mit anderen Betroffenen oder aber natürlich der mit dem behandelnden Arzt. Denn auch wenn natürlich enttäuschte Hoffnungen und tiefe Unzufriedenheit zwischen Arzt und Patient stehen, kann der Arzt meist am besten helfen. Schließlich weiß er, was potenziell schief gegangen ist, hat den Eingriff selbst getätigt und kann bessernde Maßnahmen vorschlagen. Ebenfalls hat er Erfahrungswerte und kann dabei helfen, das Ergebnis realitätsgetreu zu beurteilen. Oftmals müssen erst einige Wochen oder gar Monate ins Land gehen, bis die tatsächlichen Ergebnisse des Eingriffs sichtbar werden und sich eventuell vorrübergehenden Veränderungen - wie Schwellungen - wieder legen.

Fazit

Generell ist festzuhalten, dass auch bei einem Eingriff, der der Ästhetik dient, Komplikationen auftreten können, die das Ergebnis negativ beeinflussen. Die Einverständniserklärung, die jeder Patient vorher unterschreibt, sichert den Arzt gegenüber Risiken wie Wundinfektionen oder allgemein möglichen Schwierigkeiten eines Eingriffes ab und nimmt dem möglicherweise hinterher unzufriedenen Patienten die Handhabe. Häufig kann der behandelnde Arzt selbst für Besserung sorgen oder den Patienten zumindest beruhigen, um die Wartezeit bis zum endgültig sichtbaren Ergebnis möglichst gut zu überstehen. Sollten alle Stricke reißen, hilft nur der Gang zum Spezialisten, der die Fehler des vorhergehenden Arztes richten kann und so für ein zufriedenstellendes Endergebnis sorgt. Am besten aber ist es, wenn es gar nicht erst soweit kommen muss und Patienten sich nicht zugunsten eines günstigeren Preises für möglicherweise minderwertige Qualität entscheiden.

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