24.10.2017 20:50 |

Protest in Bulgarien

Kampfjet-Piloten verweigern Trainingsflüge

Kampfjet-Piloten in Bulgarien verweigern aus Protest gegen veraltete Technik ihre Trainingsflüge. Ein Teil der Piloten aus dem Luftwaffenstützpunkt Graf Ignatiewo in dem südosteuropäischen NATO-Mitgliedsland hätte sich nicht sicher genug gefühlt, um zu fliegen, teilte Vizeverteidigungsminister Atanas Saprjanow am Dienstag mit.

Die russischen Kampfjets MiG-29 seien flugtauglich, versicherte er gleichzeitig. Die Luftraumüberwachung und der Luftraumschutz im Rahmen der als Air Policing bekannten NATO-Mission würden aufrechterhalten.

Bulgarien werde neue Kampfjets bekommen, bekräftigte Verteidigungsminister Krassimir Karakatschanow nach dem Boykott der Trainingsflüge. "Jemand hat diese Situation künstlich geschaffen", beklagte er.

NATO-Mitglied mit russischer Militärtechnik
Die bürgerlich-nationalistische Regierung des EU-Landes streitet seit dem Amtsantritt Anfang Mai mit Staatspräsident Rumen Radew und mit der sozialistischen Opposition über die Anschaffung neuer Kampfjets. Eine Empfehlung des von Staatschef Radew eingestellten Interimskabinetts zugunsten von schwedische Kampfjets des Typs Gripen wurde inzwischen rückgängig gemacht. Ins Gespräch kam der Kauf von US-amerikanischen F-16. Das einstige Ostblockland ist seit 2004 NATO-Mitglied, ein großer Teil seiner Militärtechnik ist aber noch immer russischer Bauart.

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