Do, 21. Juni 2018

Beratung

28.09.2017 09:01

Was man von professionellen Maklern erwarten darf

Bei Miete oder Kauf einer Wohnung fallen meist mehrere tausend Euro Provision an. Für das Geld erwarten sich Eigentümer und Interessenten von ihrem Makler aber auch immer mehr Gegenleistungen. Kompetenz und Sicherheit aus einer Hand: Was man von einem professionellen Immobilienmakler erwarten darf.

Die Entscheidung kann einem schon schlaflose Nächte bereiten. Soll man die angebotene Wohnung tatsächlich mieten? Oder kaufen? Gefällt sie wirklich? Hat sie alles, was man sich von seinem neuen Zuhause erwartet? Liegt die Wohnung in einer Straße und Gegend, die einem gefällt? Und vor allem: Kann und will man sie sich überhaupt leisten?

Bei der Miete oder dem Kauf von Immobilien geht es schließlich nicht nur um das richtige Gefühl, sondern meist auch um viel Geld. Der durchschnittliche Immobilienverkauf hat in Österreich immerhin ein Volumen von rund 200.000 Euro und der Median der monatlichen Mietkosten liegt zwischen 450 und 500 Euro. Im Regelfall lässt sich der Aufwand nicht einfach so aus der Portokasse begleichen, völlig zurecht erwarten sich Mieter und Käufer daher im Gegenzug für ihre Provision von ihrem Makler eine kompetente Beratung und Abwicklung.

Leistungen im Vorfeld
Die Beratung beginnt heute aber nicht erst, wie noch vor zehn oder 20 Jahren, bei der Wohnungsbesichtigung oder einem kurzen Telefonat zur Abklärung eines Besichtigungstermins, sondern meist schon im Vorfeld, wenn Interessenten die Immobilie auf einer digitalen Plattform entdecken. Da wird in E-Mails oder telefonisch der Wunsch nach weiteren Fotos der Immobilie und vom Ausblick auf die Nachbarschaft laut, kommen Fragen zur detaillierten Raumaufteilung oder Bitten nach Übermittlung des genauen Standortes und Finanzierungsmöglichkeiten.

"Auch aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung sind die Ansprüche an Immobilienmakler in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen", sagt Reinhold Lexer, Geschäftsführer von Lexer Immobilien und stellvertretender Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der WKÖ, im Gespräch mit der Wohnkrone.

Jede Menge Know-how
Das beginnt damit, dass es heute nicht mehr genügt, eine Immobilie in Tageszeitungen und einschlägigen Fachzeitschriften zu inserieren. Längst muss auch auf digitalen Plattformen geworben werden, immer öfter stellen sich während des gesamten Verkaufsprozesses zudem Haftungsfragen.

Als Auftragnehmer beider Vertragsparteien müssen Makler auch über Gesetzgebung und Rechtsprechung bestens Bescheid wissen. Neben den Grundbegriffen des bürgerlichen Rechtes und des Handelsrechtes gehören dazu auch Spezialkenntnisse des Grundbuchsrechts, der Widmungs- und Bebauungsbestimmungen, über die Gestaltung und Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen (Kauf-/Verkauf, Miete/Vermietung, Pacht, Baurecht ...), des Mietrechtes und des Wohnungseigentumsrechts. Zudem sollte ein Makler auch über umfangreiche Marktkenntnisse, die aktuelle Marktlage und immobilienspezifisches Fachwissen verfügen, auch die Prüfung allfälliger förderungstechnischer Möglichkeiten gehört zu seinem Aufgabengebiet.

Zur Erstellung der Wohnungsinformationen sind außerdem Kenntnisse über Baupläne und Benützungsbewilligungen notwendig sowie fotografische Grundkenntnisse von Vorteil - und in der Kommunikation wird sicheres und eloquentes Auftreten erwartet. Grundtugenden wie Pünktlichkeit und Höflichkeiten verstehen sich ohnehin von selbst. Diese hohen Ansprüche gelten für die Makler, selbstverständlich aber auch für ihre Mitarbeiter, die ja direkten Kundenkontakt haben und daher ebenfalls eine angemessene Qualifizierung benötigen.

Profunde Ausbildung
Entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten bieten WIFI und Wirtschaftskammer (WKO) ebenso wie der Österreichische Verband der Immobilienwirtschaft (ÖVI) und Fachhochschulen. Der Zulauf ist beachtlich, die Zahl der Teilnehmer an den - auch berufsbegleitend angebotenen - Seminaren steigt laut Reinhold Lexer "jährlich an". Was dort naturgemäß kaum gelehrt werden kann, für eine funktionierende Kunden-Vermittler-Beziehung allerdings trotzdem Voraussetzung ist, sind sicheres und seriöses Auftreten, eine offene Art der Kommunikation und Wertschätzung gegenüber dem Kunden.

Dazu gehört auch, dass Besichtigungstermine so vereinbart werden, dass Interessenten ausreichend Zeit haben, sich das Objekt in Ruhe anzusehen. Und das gilt auch für die immer beliebter werdenden Open House-Besichtigungen, bei denen während eines vorab definierten Zeitfensters die Immobilie zeitgleich von vielen Interessenten besichtigt werden kann und diese trotzdem einen unverstellten Blick ins Wohnzimmer werfen können sollten.

Informationen nach Maß
Trotz der immer größeren digitalen Möglichkeiten steigt laut Reinhold Lexer der Bedarf nach persönlicher Betreuung. "Die Begleitung des Kunden bei der Immobiliensuche oder der Verwertung der Objekte wird in Zeiten der Überflutung der Kunden mit Informationen immer wichtiger", so der Experte. Der Makler nimmt vor diesem Hintergrund eine Art Filterfunktion war, indem er dem Kunden zielgenau jene Informationen zukommen lässt, die dieser benötigt und nachfragt. Und ihm auch nur jene Wohnungen und Häuser zur Miete oder zum Kauf vorschlägt, die tatsächlich den Wünschen und Bedürfnissen der Interessenten entsprechen und sie damit die Lebensentscheidung Immobilienkauf nicht schon nach wenigen Monaten bereuen lässt.

Jürgen Zacharias, wohnkrone.at

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