So, 24. Juni 2018

"Hubble" enthüllt:

21.09.2017 12:01

Komet ist eigentlich ein Asteroiden-Paar

Ein höchst ungewöhnliches kosmisches Objekt haben Astronomen mithilfe des Weltraumteleskops "Hubble" entdeckt. Das Objekt mit dem Katalognamen 228P entpuppte sich bei näherer Beobachtung als Asteroiden-Paar, das sich wie ein typischer Komet verhält und seine Bahnen im Hauptgürtel der Asteroiden zwischen Mars und Jupiter zieht.

Laut Angaben des Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung im deutschen Göttingen ist 288P ein Unikat und ausgesprochen untypischer "Bewohner" des Asteroidengürtels. Eine Auswertung der Daten des Weltraumobservatoriums "Hubble" (Bild unten) habe gezeigt, dass das außergewöhnliche, Gas ins All spuckenden Asteroiden-Duo um einen gemeinsamen Schwerpunkt rotiere.

Die beiden Einzelteile, aus denen 288P besteht, sind etwa gleich große und messen jeweils etwa einen Kilometer im Durchmesser. Simulationen hätten zeigen, dass der Abstand beider Teile ungewöhnlich groß ist: Sie umkreisen einander auf einer stark elliptischen Bahn mit einem Abstand in der Größenordnung von 100 Kilometern.

Vor 5000 Jahren auseinandergebrochener Asteroid
Dass der Körper immer dann aktiv wird, wenn er sich der Sonne nähert, deutet zudem darauf hin, dass freigelegte, verdampfende Gase seine Aktivität treiben. "288P muss vor kaum mehr als 5000 Jahren auseinandergebrochen sein", sagt Jessica Agarwal. Sonst hätten sich diese Gase im vergleichsweise sonnennahen Asteroidengürtel längst vollständig verflüchtigt, so die Forscherin.

Körper wie 288P können helfen zu verstehen, wie unsere kosmische Nachbarschaft entstanden ist und sich dann weiterentwickelt hat. Ob der neu entdeckte Asteroid ein kosmischer Einzelfall ist, lässt sich zurzeit nicht sagen, so die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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