So, 16. Dezember 2018

Konsumentenschutz

15.09.2017 15:07

Probleme bei Flügen vermiesen die Urlaubsfreude

Die Hauptreisezeit ist vorbei - Anlass für die Konsumentenschützer, sich mit der Zufriedenheit der Urlauber auseinanderzusetzen. Eindeutiges Resümee: Klassische Beschwerden über Hotels, Lärm im Ferienort oder verschmutzte Strände rückten in den Hintergrund, Flugprobleme vermiesten vorrangig die Urlaubsfreude.

"Zwei Drittel der bei uns eingelangten Beschwerden betrafen heuer Flugverspätungen, Überbuchungen und Annullierungen, nur noch zehn Prozent klassische Reisemängel", berichtet Konsumentenschützerin Ulrike Weiß von der oö. Arbeiterkammer. Noch vor fünf Jahren hatten Flugprobleme nur 20 Prozent der Beschwerden ausgemacht.

In Kooperation mit FairPlane konnten Oberösterreichs Konsumentenschützer seit dem Vorjahr für mehr als einhundert Betroffene insgesamt 47.000 Euro an Entschädigung durchsetzen. "Noch zu wenige Reisende kennen ihre Rechte, und Fluglinien setzen darauf, Kunden bei Reklamationen mürbe zu machen", weiß Weiß aus der Praxis.

Kein Schadenersatz bei "höherer Gewalt"
Pech haben Fluggäste derzeit nur mit Air Berlin: Wegen der Insolvenz sind hier Gerichtsklagen sinnlos. Es gibt aber auch noch einen anderen Grund: "Bei höherer Gewalt, wie in jüngster Zeit massive Unwetter, haben Klagen wegen Flugverspätung keinen Sinn", erläutert der Linzer Reisewelt-Geschäftsführer Michael Engleitner.

"Frankfurter Liste" als Leitfaden für Reisepreisminderung
Bei klassischen Beschwerden hingegen orientieren sich Reiseveranstalter an der "Frankfurter Liste":
Hotel: Weicht das vom gebuchten Objekt ab, gibt’s bis 25 Prozent Rückzahlung, bei Feuchtigkeit oder Ungeziefer bis zu 50 Prozent.
Service: Bei schlechter Reinigung kann man bis zu 20 Prozent rückfordern.
Beeinträchtigung: Lärm am Tag bringt bis 25 Prozent, Lärm in der Nacht 40 Prozent Reisepreisminderung.

Johann Haginger / Kronen Zeitung

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