Sa, 22. September 2018

Linzer entdeckten:

09.09.2017 14:40

Planet "Gramastetten" kreist um die Sonne

"Gramastetten" ist ein eigener Planet. Das könnten manchen Mühlviertler aus der 5100-Einwohner-Gemeinde in den falschen Hals bekommen, ist aber so. Entdeckt wurde der Kleinstplanet, der nur einen Kilometer Durchmesser hat, von Linzer Astronomen in der Sternwarte Davidschlag. Die muss jetzt aber der Erderwärmung und der höheren Nebelgrenze weichen, wird abgebaut und auf der "Hohen Dirn" installiert.

Weil der offizielle Name (175739)1998 DM1 doch ein bisschen sperrig ist und die Linzer Astronomen ihre Außenstelle in Gramastetten ehren wollten, wurde bei der  Internationalen Astronomischen Union in den USA der Name "Gramastetten" für den bereits 1998 entdeckten Kleinplaneten eingereicht. "Der Name war nicht zu lang, nicht zu kurz, hatte keine Umlaute, damit passte er", erklärt Günther Martello, Vize-Obmann der Linzer Astronomischen Gesellschaft "Johannes Kepler" im Interview.

Warten auf "Taufschein"
Warum die Namensgebung so lange dauerte: Bis die IAU die Entdeckung bestätigt dauert es mehrere Jahre, dann suchte man den perfekten Namen und auch die Anerkennung des Namens dauert seine Zeit. Nun konnte der "Taufschein" aber ausgestellt werden.
"Gramastetten" umkreist demnach etwa in doppelter Erdentfernung "gleich hinterm Mars" um die Sonne, für einen Umlauf braucht er 3,23 Erden-Jahre.

Neue Warte kommt an dunklen Ort in Losenstein
Die von drei Linzer Astronomen betriebene Sternwarte in Davidschlag in Kirchschlag ist aber bald Geschichte. Wegen der Erderwärmung steigt der Nebel schon bis hierher hoch, ein Problem für die Sternenbeobachtung. Daher übersiedelt die Anlage auf die "Hohe Dirn" in Losenstein. Einer der dunkelsten Flecken der österreichischen Alpen und über der Nebelgrenze - top zum Sternen-Gucken.

Im kommenden Jahr wird Günther Martello zum Obmann der Linzer Astronomen, die ihre Geräte zum Großteil in Eigenregie bauen.

"Krone":Jetzt gibt’s einen Planeten namens "Gramastetten", da werden sich die Linzer aber leid sehen.
Günther Martello: Der Name "Linz" ist für Kleinplaneten nicht möglich. Denn sie müssen mindestens sechs Buchstaben haben, Namen mit vier und fünf Buchstaben sind großen Planeten vorbehalten und die sind schon lange entdeckt.

"Krone":Wurde "Gramastetten" zufällig gefunden?
Martello: Keineswegs. Es gab eine gezielte Kleinplanetensuche. Da wird, vereinfacht erklärt, alle zwei bis vier Stunden ein Bild vom Himmel aufgenommen und diese werden übereinander gelegt. Wenn sich ein Objekt bewegt, dann könnte es ein Kleinplanet sein. Die Messung muss natürlich mehrmals wiederholt werden.

"Krone": Wie oft findet man solche Kleinplaneten?
Martello: Das ist schon sehr selten, aber einige haben auch wir schon gefunden. Es ist immer wieder spannend, bis man weiß, dass man der erste ist, der ihn sah.


Markus Schütz, Kronen Zeitung

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