Mi, 19. September 2018

Schwurgericht

05.09.2017 21:57

Südtirol-Aktivist mit Hitlerbild: Haftstrafe

Einst wurde er als Südtirol-Aktivist verurteil, nun musste sich Karl Außerer (84) am Landesgericht wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verantworten. Eine "Führer-Kaffeetasse" und ein Hitlerbild im Zimmer waren bei einer Hausdurchsuchung gefunden worden. Die Geschworenen sprachen ihn schuldig.

Außerer war in den 1960er-Jahren Mitglied des BAS (Befreiungsausschuss Südtirol). In den 1980er Jahren war er federführend bei der Kampfgruppe "Ein Tirol" dabei, der mehrere Sprengstoffanschläge zur Last gelegt wurden. Deshalb wurde er zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

"Soll ich es auf den Boden stellen?"

Nun geriet der bereits 84-Jährige erneut ins Visier der Justiz: Bei einer Hausdurchsuchung stieß man im Schlafzimmer auf ein gemaltes Hitler-Porträt. "Es gehört einem inzwischen verstorbenen Freund, ich sollte nur den Rahmen machen", erklärte der gelernte Tischler. "Warum haben sie es dann aufgehängt?", fragte der Richter. "Soll ich es auf den Boden stellen?", antwortete Außerer.  Ebenso gefunden wurde eine Kaffeetasse mit dem "Führerbild" - ein Mitbringsel des Sohnes aus einem Bulgarien Urlaub.

"Führer-Tasse" aus dem Urlaub

"Durch den bloßen Besitz von solchem Propagandamaterial wird der Tatbestand der nationalsozialistischen Wiederbetätigung nicht verwirklicht", verwies der Verteidiger auf entsprechende OGH-Urteile. Doch die Staatsanwältin betonte, dass es schon genüge, wenn Hitler im Familienkreis als "verehrenswerte Person" dargestellt werde.

Haftstrafe verhängt

Dieser Ansicht folgten offenbar die Geschworenen: Sie bejahten die Frage der Wiederbetätigung. Nicht rechtskräftiges Urteil: 24 Monate Haft, acht unbedingt. Ob der Betagte ins Gefängnis muss, ist aber offen.

Andreas Moser

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