Mo, 20. August 2018

Hilfe aus Venezuela

30.08.2017 22:55

Krisenstaat bietet Hurrikan-Opfern 5 Mio. $

Trotz des schwelenden Konflikts zwischen Caracas und Washington und der wirtschaftlichen und politischen Krise im eigenen Land will die venezolanische Regierung den Hurrikan-Opfern in den USA helfen. Venezuela werde bis zu fünf Millionen US-Dollar (rund 4,2 Millionen Euro) für betroffene Familien in Houston und Corpus Christi bereitstellen, kündigte Außenminister Jorge Arreaza am Mittwoch an. "Wir werden immer an der Seite des Volkes der USA stehen."

Das erdölreichste Land der Welt steckt selbst in einer schweren Wirtschaftskrise. Wegen des niedrigen Ölpreises, Korruption und jahrelanger Misswirtschaft verfügt Venezuela kaum noch über Devisen für Importe. In den Geschäften fehlt es an Lebensmitteln, Medikamenten und Dingen des täglichen Bedarfs. Hinzu kommt auch ein Machtkampf zwischen der rechten Opposition und dem sozialistischen Präsidenten Nicolas Maduro.

Ende Juli hatte Maduro eine umstrittene verfassunggebende Versammlung wählen lassen - diese entmachtete kurz darauf das von der Opposition kontrollierte Parlament. Angesichts der autoritären Bestrebungen der venezolanischen Regierung verhängten die USA zuletzt neue Wirtschaftssanktionen gegen das südamerikanische Land.

Venezuela half auch schon nach "Katrina"
Unter anderem wurden Geschäfte mit bestimmten Staatsanleihen und Wertpapieren der staatlichen Ölfirma PDVSA teilweise verboten. Die Hurrikan-Hilfe soll jetzt ausgerechnet über Citgo, den US-Ableger von PDVSA, abgewickelt werden. Bereits nach dem Hurrikan "Katrina" schickte die venezolanische Regierung Hilfspakete and die Opfer.

In den Überflutungsgebieten von Texas fürchten nach "Harvey" Hunderttausende Menschen um ihre Existenz. Mehr als 80 Prozent der Betroffenen sind nach einer Erhebung der "Washington Post" nicht gegen Flutschäden versichert. Die marktüblichen Versicherungstarife deckten nur Schäden durch Wind wie abgedeckte Dächer ab, nicht aber Verwüstungen durch Hochwasser.

Zahl der Toten in Texas steigt
Neben vielen Verletzten sind mittlerweile zehn Todesopfer bestätigt worden - in US-Medien ist bereits von mindestens 30 Toten die Rede. Nach den vier Toten kamen am Mittwoch sechs Mitglieder einer Familie hinzu. Die Leichen seien aus einem Fahrzeug geborgen worden, nachdem das Wasser langsam zurückgegangen sei, teilte die Polizei mit. Die Familie, ein Paar mit vier Urenkeln im Alter von sechs bis 16 Jahren, sei seit Sonntag vermisst gewesen.

Die Familie hatte versucht, den steigenden Fluten, die der Wirbelsturm "Harvey" mit sich gebracht hatte, zu entkommen. "Harvey" war vor fünf Tagen in Texas erstmals auf Land getroffen und dann vom Landesinneren aus zurück aufs Meer gezogen. Über dem Golf von Mexiko nahm der Sturm dann erneut Feuchtigkeit auf und erreichte am Mittwoch den Bundesstaat Louisiana. Der Nationale Wetterdienst der USA erwartet in Louisiana, wo bereits vor zwölf Jahren der Hurrikan "Katrina" die Gegend um New Orleans schwer getroffen hatte, örtliche Rekord-Regenmengen von mehr als 60 Zentimetern, jedoch nicht die extremen Regenmengen wie in Texas in den vergangenen Tagen.

 krone.at
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