Mi, 15. August 2018

Besuch

24.08.2017 08:46

„La Macron“ entzückte die Salzburger

Gut gelaunt und gar nicht scheu präsentierte sich Frankreichs "Première Dame" Brigitte Macron bei ihrem ersten Salzburg-Besuch: Klavier-Konzerte, Dom-Führung und eine Sahne-Torte im Café Tomaselli standen auf dem präsidialen Programm. "Krone" Redakteurin Anna Dobler hat sie dabei hautnah begleiten dürfen.

Sie war der Mittelpunkt der präsidialen Salzburg-Reise: Brigitte Macron lachte und plauderte sich entspannt in die Herzen der Salzburger. Während sich ihr Mann, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron, mit Bundeskanzler Christian Kern zum bilateralen Gipfel in das Salzburger Kongress-Zentrum zurückgezogen hatte, spazierte sie mit Kanzler-Gattin Eveline Steinberger-Kern gut gelaunt durch die Altstadt. Dabei zeigte die 64-Jährige keinerlei Berührungsängste, blieb immer wieder stehen und machte Selfies mit neugierigen Touristen.

Als First-Lady zum Angreifen zog sie alle in ihren Bann
"Es ist mein erster Besuch in Salzburg", erzählte sie der "Krone" lachend auf französisch, die Stadt sei "très magnifique", was übersetzt "ganz fantastisch" bedeutet. In Österreich war sie zuvor allerdings schon einmal, und zwar als junge Frau, wie sie verriet: "Zum Ski-Fahren in den Bergen, aber ich weiß leider nicht mehr, wie der Ort geheißen hat."

Die Rolle des Fremdenführers übernahm der französische Honorarkonsul Peter Lechenauer. Er war es auch, der die beiden Frauen kurz nach ihrer Ankunft gegen 14.30 beim Sheraton-Hotel in Empfang nahm.

Von dort marschierten sie als erstes quer über die Straße zum Hotel Crowne Plaza. Mit dem Aufzug ging es rauf auf die Dachterrasse - "wunderschön", schwärmte Macron angesichts des weitläufigen Ausblicks über die Mozartstadt. Nach einer kurzen Stärkung zogen sie weiter zum Schloss Mirabell - immer in Begleitung von Polizei und Sicherheitskräften. Der historische Marmorsaal hatte es ihr besonders angetan.

Protokoll ihres ersten Besuches in der Mozartstadt
Lechenauer jedenfalls hatte sich bestens auf seine Gäste vorbereitet: Beim Spaziergang durch den Zwergelgarten erklärte er Frankreichs First Lady jede einzelne Statue, sie selbst zeigte sich sehr interessierte, stellte ihm viele Fragen. Zurückhaltender war da schon die Kanzlergattin. Kein Wunder, sie war erst kürzlich anlässlich der Festspieleröffnung in der Mozartstadt und kennt sich mittlerweile selbst auch schon ein bisschen aus.

Unterhalten haben sich die beiden Frauen auf englisch - verstanden haben sie sich aber auf Anhieb: Sie lachten zusammen, blieben immer wieder stehen und genossen den Ausblick bei strahlendem Sonnenschein. Um kurz nach 16 Uhr sperrte die Polizei schließlich weite Teile des Mirabellgartens. Der Grund: Ein gemeinsames Pressefoto der beiden Paare inmitten der barocken Blumenpracht samt malerischer Festungs-Kulisse stand auf dem Programm.

Zuvor machten die Macrons aber noch einen Abstecher ins Mozarteum und lauschten dort der Darbietung der Meisterklasse der Sommerakademie. Dieser Programmwunsch erfolgte übrigens auf speziellen Wunsch von Emmanuel Macron, selbst begeisterter Pianist. Präsentiert wurde natürlich ein klassisches Mozartstück. Während das Paar für die offiziellen Fotos im Mirabellgarten posierte, versammelten sich dutzende Schaulustige hinter den Absperrungen. "Was ist hier los?", fragte eine US-Touristin.

"Der Macron ist da. Mit seiner Frau", erklärte ein Paar in feinstem Salzburgerisch. Unter die Zaungäste hat sich auch die Salzburgerin Magda Merlinger gemischt: "Ich hoffe, dass ich von meinem Platz aus einen Blick auf Brigitte Macron erhaschen kann". In der Zeitung habe sie von dem Besuch gelesen, der Präsident selber interessiere sie weniger. "Seine Frau finde ich toll, die sieht super aus." Leicht zu übersehen war Brigitte Macron jedenfalls im knallroten Mini-Kleid nicht. Aber sie zeigte auch keinerlei Anstalten, sich zu verstecken. Im Gegenteil: Den Rummel um ihre Person schien sie durchaus zu genießen, sie suchte immer wieder aktiv den Kontakt mit Passanten, winkte ihnen zu und gab Autogramme.

Auf High-Heels durch die Getreidegasse
Vom Mirabellgarten aus setzten dann die Damen ihre Sightseeing-Tour fort, während sich die Männer wieder für Beratungen zurückzogen. Erste und wichtigste Station: Mozarts Geburtshaus in der Getreidegasse. Von dort führte Lechenauer sie weiter bis zum Dom. Ein Tross aus Fotografen, Kameraleuten und Sicherheitskräften heftete ihnen bei jedem Schritt an die Fersen.

Trotz ordentlich hoher Schuhabsätze stellte sich aber keine Müdigkeit bei der Präsidentengattin ein. Ob es denn möglich sei, den Dom von Innen zu besichtigen, wollte sie wissen - und ließ sich den Weg zur Krypta weisen, wo sie eine Installation des französischen Künstlers Christian Boltanski bewunderte. Zwei junge Männer, die andächtig zwischen den Kirchenbänken saßen, blickten irritiert auf, als der prominente Besuch an ihnen vorbei spazierte. Macron lächelte, tätschelte einem von ihnen milde die Schulter. An den Trubel um ihre Person scheint sie sich drei Monate nach der Wahl bereits gewöhnt zu haben.

Zeit für eine kleine Pause: Lechenauer schlägt das Café Tomaselli vor und Macron staunte nicht schlecht angesichts der opulenten Auswahl an Torten und Kuchen. Auf eine Sahne-Torte fiel die Wahl und die ungewöhnliche Reisegruppe suchte ein schattiges Plätzchen auf der Terrasse im ersten Stock. Dazu bestellten sie Wiener Melange.

Macron wäre gerne noch länger geblieben
"Schade, dass nur so wenig Zeit ist", seufzte Macron anschließend. Sie hätte die Stadtführung nämlich gerne noch fortgesetzt. Aber der Terminplan ließ leider keine Verzögerungen zu. Für 19 Uhr waren die Paare nämlich zum Abendessen verabredet, vorher wollten sich die Frauen im Hotel noch kurz frisch machen und umziehen.

Bildband als kleines Gastgeschenk
Am Abend stand dann ein Festspiel-Konzert von Daniel Barenboim auf dem Programm, bevor es am Freitag mit dem Falcon-Jet weiter nach Bulgarien geht.

Wenn es nach Brigitte Macron geht, soll der Salzburg-Besuch kein einmaliges Erlebnis bleiben: "Ich komme gerne wieder", erzählte sie der "Krone", immerhin gäbe es noch viel, was sie in der Kürze der Zeit noch gar nicht erkunden konnte.

Die Salzburger jedenfalls waren ganz hingerissen vom französischen Charme - allen voran Helmut Mühlbacher, Buch-Autor aus der Bio-Heuregion. Er traf Brigitte Macron vorm Kongresshaus und überreichte ihr einen Bildband der Bio-Heuregion als Erinnerung. "Ich kann leider kein französisch, deswegen haben wir auf englisch gesprochen", erzählte er. Macron habe sogleich die schönen Fotos darin bewundert und sich für das Geschenk bedankt.

"Wirklich eine bezaubernde Frau", befand Mühlbacher anschließend - und sprach mit seinem Fazit wohl den meisten Salzburgern aus der Seele.

Anna Dobler, Kronen Zeitung

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