06.12.2006 13:33 |

Billig-Trend

Autoindustrie setzt auf Billigautos

Die immer größer werdenden Einkommensunterschiede in den USA und Europa und die rasante Motorisierung von China und Indien machen Billigautos zu einem Hoffnungsträger der internationalen Autoindustrie. Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Studie wird der weltweite Markt für Billigautos in der nächsten Zeit um vier Prozent jährlich wachsen.

Geradezu explodieren wird die Nachfrage in China. Dort werden bis 2012 die Billigautoverkäufe pro Jahr um gut 13 Prozent, in Osteuropa um knapp acht und in Indien um 7,6 Prozent zulegen, glauben die Experten. Für die USA wird ein Wachstum von fast neun Prozent und in Westeuropa von gut fünf Prozent angenommen.

Lediglich in Japan dürfte sich die Nachfrage nicht wirklich gut entwickeln. Als "Low Cost Cars" werden Pkw definiert, die für weniger als 10.000 Dollar bzw. 10.000 Euro verkauft werden.

Einkommensunterschiede helfen billigen Automarken
Nachdem lange Zeit Premium-Modelle und Luxusmarken den Takt in der Autoindustrie vorgegeben haben, hätten sich die europäischen Verbraucher in den vergangenen Jahren stärker auf "value for money" konzentriert. Ähnliches gelte für Amerika: Die "wahrscheinlich stärkste Triebkraft, die eine fruchtbare Umgebung für Billigautos schafft, sind die beträchtlichen und weiter wachsenden Einkommensunterschiede in den USA", heißt es in der Studie.

Die ärmeren 50 Prozent der US-amerikanischen Bevölkerung hätten 2005 nur mehr zwei Prozent der insgesamt 17 Millionen in den USA verkauften neuen Pkw erworben: "Die ärmsten Amerikaner sind aktuell aus dem Markt 'hinausgepreist' worden, mehr und preisgünstigere Billigautos würden bereitwillige Käufer finden."

Nicht unähnlich die Situation in Westeuropa, wo sich in den vergangenen Jahren der eigentlich für Osteuropa bestimmte "Logan" gut verkauft hat - ohne dass Renault Geld in Werbung gesteckt hätte.