Di, 14. August 2018

Herzattacken

18.08.2017 06:36

Bergwanderer starben bei Hitzetour

Notfallmediziner konnten ihnen nicht mehr helfen: In der Vogelsangklamm bei Windischgarsten erlitt ein 78-jähriger Pensionist beim Wandern eine tödliche Herzattacke, am Schoberstein blieb das Herz eines 69-jährigen Deutschen plötzlich stehen. Überanstrengung in sommerlicher Hitze könnten Auslöser gewesen sein.

Am Mittwoch war der Pensionist Herbert A. (78) aus Kirchdorf mit einigen Bekannten bei Windischgarsten in der Vogelsangklamm unterwegs. Um 16.20 Uhr brach er plötzlich zusammen. Sofort wurde ein Rettungshelikopter angefordert - doch das Notärzteteam konnte den Pensionisten nicht mehr reanimieren. Er war einer Herzattacke erlegen. Elf Bergretter bargen die Leiche.

Auch Pensionist starb an Sekundentod
Nur dreieinhalb Stunden später kam es am Schoberstein bei Molln zu einem vergleichbaren Drama: Ein Pensionist (69) aus Hildesheim in Deutschland war mit seiner Gattin von Ternberg aus zu einer Wanderung auf den 1285 Meter hohen Berg im Hintergebirge aufgebrochen. Kurz vor 20 Uhr war das Paar in 900 Metern Seehöhe unterwegs, als der Tourist über plötzlich aufgetretene Schwindelanfälle klagte und kurz darauf zusammenbrach. Reanimationsversuche blieben erfolglos, eine Notärztin diagnostizierte Sekundentod.

Bei Wandertouren ist Vorsicht geboten
In beiden Fällen könnte Überanstrengung bei sommerlichen Temperaturen zu den letztlich tödlichen Herzattacken geführt haben. "Grundsätzlich hält das Berggehen auch im höheren Alter fit, ist also eigentlich zu befürworten - allerdings sollte man dabei doch einiges beachten", betont der Landesrettungsarzt der oberösterreichischen Bergrettung, Dr. Tobias Huber: "Vor allem bei Vorerkrankungen - wie Zucker oder am Herzen - sollte man seine Fitness zuvor medizinisch abklären lassen."

Viele Wanderer überschätzen ihre Kondition
In den vergangenen Tagen waren Bergretter fast täglich unterwegs, um erschöpfte oder verletzte Wanderer ins sichere Tal zu holen. Meist wurde die Kondition überschätzt. Besondere Vorsicht ist da in Höhen ab 2000 Meter geboten - da wird die Luft bereits gefährlich dünn.

"Berggehen hält körperlich fit!"
Bergrettungsarzt Tobias Huber vom Salzkammergutklinikum hält Bergwandern für Senioren für gut: "Denn das hält sie körperlich fit!"

Krone:Überfordert das Wandern in den Bergen Ältere?
Dr. Tobias Huber: Das kommt auf den jeweiligen allgemeinen Gesundheitszustand an. Grundsätzlich unterstütze ich es, dass Senioren sich auf diese Art fit halten.

Krone:Gewisse Vorsicht ist hier aber dennoch geboten.
Dr. Huber: Je nach Kondition sollte man Ziele vorsichtig stecken, kürzere Wanderungen planen und sich an sein Können herantasten.

Krone:Sicher helfen da auch Gesundheitschecks.
Dr. Huber: Medizinische Fitnessabklärung ist zu empfehlen. Bei den Touren selbst aber zumindest Tageshitze meiden, öfter Pausen einlegen, immer genug Flüssigkeit zum Trinken und gegebenenfalls notwendige Medikamente mitnehmen. Und auch auf Sonnenschutz nicht vergessen!

Johann Haginger / Kronen Zeitung

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