03.12.2006 14:12 |

Verheerender Taifun

Vermutlich mehr als 1.000 Tote auf den Philippinen

Mehrere Tage nach dem verheerenden Taifun im Osten der Philippinen tritt allmählich das tragische Ausmaß der Naturkatastrophe zu Tage: Vermutlich seien mehr als 1.000 Menschen ums Leben gekommen, schätzte das Rote Kreuz am Sonntag. Haushohe Schlammlawinen hatten am Fuße des Vulkans Mayon ganze Dörfer unter sich begraben. Präsidentin Arroyo erklärte die Taifun-Zone zum Katastrophengebiet. Die Ausrufung des nationalen Notstands ermöglicht der Regierung, schneller Mittel für Hilfseinsätze bereit zu stellen. Schätzungen zufolge sind insgesamt 830.000 Menschen von der Katastrophe betroffen.

Der Taifun "Durian" war am Donnerstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 265 Kilometern pro Stunde über die Philippinen hereingebrochen. Heftige Regenfälle im Gefolge des Wirbelsturms brachten an den Hängen des Mayon Asche und Gestein in Bewegung, die der 2.461 Meter hohe Vulkan bei seinem Ausbruch im Juli ausgespuckt hatte. Auf dem Weg ins Tal entwurzelte die gewaltige Lawine Bäume, zerstörte Häuser und begrub deren Bewohner unter sich. Mehrere Ortschaften wurden verschüttet, stellenweise ragten nur noch die Dächer aus dem Schlamm heraus.

Der Leiter des Roten Kreuzes, Senator Richard Gordon, verglich die Szenerie mit einem Kriegsgebiet. "Ganze Familien wurden ausgelöscht", sagte Gordon. Die meisten Leichen seien noch nicht identifiziert, und vermutlich seien zahlreiche Opfer noch nicht einmal entdeckt worden. Bisher wurden laut seinen Angaben 406 Tote bestätigt, mindestens 398 Menschen galten am Sonntag noch als vermisst.

"Durian" war bereits der vierte schwere Taifun auf den Philippinen innerhalb weniger Monate. Die Menschen in den betroffenen Gebieten seien in einem Teufelkreis aus Naturkatastrophen und Armut gefangen, beklagte Gordon.

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