Mi, 19. Dezember 2018

Als Mann getarnt

25.07.2017 16:34

7,5 Jahre Haft für die schöne Bankräuberin

Ein selbstklebender Schnurrbart, die Kleidung vom Freund - fertig war die Tarnung: Doch den Ermittlern war schnell klar, dass es sich bei dem Bankräuber um eine bereits amtsbekannte Räuberin handelt. Beim zweiten Überfall wartete deshalb schon die Cobra auf die Verdächtige. Beim Prozess in Graz war die spielsüchtige Steirerin geständig, versuchte sich jedoch als Opfer darzustellen - ohne Erfolg. Die 32-Jährige wurde zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Schwierige Kindheit, falsche Freunde, psychische Probleme, Drogen, Spielsucht, und dann stirbt auch noch der geliebte Hund - so versucht Johanna M. am Dienstag vor Gericht ihren steilen Weg bergab zu erklären, der wieder wegen Raubes vor Gericht endete. "Wiedersehen macht nicht immer Freude", merkt der beisitzende Richter Helmut Wlasak an, der die 32-Jährige schon 2013 wegen Taxiüberfällen verurteilt hatte.

70-Jährigem Gold und Sparbücher abgeluchst
Diesmal ging es um zwei Banken, aber auch schweren gewerbsmäßigen Diebstahl, Veruntreuung und Untreue. Denn vor den Überfällen hatte die Beschuldigte einen 70-Jährigen finanziell ausgenommen, den sie in der Nervenklinik kennengelernt hatte.

"Beim Kreuzworträtseln wurden wir Freunde", erzählt die Steirerin. "Vor ihm brauchte ich nichts zu verheimlichen." Das tat der Alkoholkranke auch nicht, und schon waren Gold- und Silberbarren, die Münzsammlung, die Pension und die Sparbücher weg.

"Hören Sie auf, das Opfer zu spielen"
Das Zurückgewinnen am Automaten klappte - wenig überraschend - nicht. "Das hätten Sie als Spielsüchtige aber wissen müssen", betont Richterin Julia Riffel. "Die Überfälle waren der letzte Ausweg", erklärt die 32-Jährige. "Hören Sie auf, das Opfer zu spielen", reichte es der Staatsanwältin schließlich.

Der Schöffensenat befand die 32-Jährige für schuldig. Sechseinhalb Jahre Haft gab es für die beiden Banküberfälle und die Aneignung der Sparbücher und des Goldes ihres Bekannten, ein Jahr kam aus einer widerrufenen bedingten Strafe dazu. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Eva Stockner, Kronen Zeitung/krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Überfall in Ottakring
Elf Jahre Haft für zwei Beteiligte an Postraub
Österreich
Deutsche Bundesliga
Dortmund-Pleite, Hinteregger nach Tor verletzt out
Fußball International
Deutsche Bundesliga
2:0 gegen Nürnberg! Gladbach nicht zu stoppen
Fußball International
Vertrag bis 2019
Ibrahimovic bleibt bei Los Angeles Galaxy
Fußball International
Der krone.at-Talk
Ist das Weihnachtsfest noch zu retten?
Österreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.