Do, 16. August 2018

Gegen Terrorismus

07.06.2017 22:38

Kern will "Bündnispartner" für Muslime sein

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) will ein "Bündnispartner" für Österreichs Muslime im Kampf gegen den Terrorismus sein. Das sagte er am Mittwochabend in seiner Rede beim von der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ) veranstalteten interreligiösen Iftar (Fastenbrechen) anlässlich des Fastenmonats Ramadan. Zuvor hatte IGGiÖ-Präsident Ibrahim Olgun die jüngsten islamistisch motivierten Anschläge strikt verurteilt und Aktionen seiner Religionsgemeinschaft angekündigt.

"Leider bleiben uns auch in diesem gesegneten Monat schreckliche Nachrichten nicht erspart", ging Olgun auf die jüngsten Terroranschläge während des muslimischen Fastenmonats Ramadan ein. Obwohl die Glaubensgemeinschaft in Österreich diese "bei jeder Gelegenheit" verurteile, komme dies leider in der Bevölkerung oft nicht an. "Der Islam rechtfertigt nie den Terror", die Würde des Menschen sei unteilbar, gab Olgun einen Glaubensgrundsatz seiner Gemeinschaft aus.

Glaubensgemeinschaft will Zeichen setzen
Mit einer Deklaration von rund 300 Imamen gegen Extremismus sowie einer Menschenkette will die IGGiÖ nun mehrere Zeichen setzen. Olgun forderte bei der Veranstaltung, bei der Vertreter aller anerkannter Glaubensgemeinschaften in Österreich anwesend waren, einen "Schulterschluss der Religionen". Den Ball nahm Peter Schipka, Generalsekretär der römisch-katholischen Bischofskonferenz, auf. Er sprach von der Freiheit jedes Einzelnen, religiösen Geboten zu folgen.

Bundeskanzler erinnert an schreckliche Zeiten
Kern ging auf die Worte des Gastgebers ein, die Würde des Menschen sei unteilbar. Toleranz müsse aber in alle Richtungen gelten, so Kern - weswegen auch Antisemitismus und Hass gegen Homosexuelle keinen Platz in einer Demokratie hätten. Ohne Namen zu nennen, verurteilte Kern "politische Tendenzen, die zunehmend Platz greifen" und Muslime als Menschen zweiter Klasse sehen würden. Auch vor 70 Jahren sei der Gewalt der Worte die Gewalt der Taten entsprungen.

Erstmals hatte die Islamische Glaubensgemeinschaft zu einem Fastenbrechen in dieser Größenordnung und mit Vertretern aller Religionen geladen. Neben dem Kanzler waren auch Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) und Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister in die Veranstaltungshalle im 23. Wiener Gemeindebezirk gekommen.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.