So, 23. September 2018

Gen entdeckt

30.05.2017 07:03

Studie: Magersucht kann angeboren sein

Magersucht hat nicht nur psychische Ursachen, sondern kann auch angeboren sein, wie eine internationale Forschergruppe unter Beteiligung der Universität Duisburg-Essen (UDE) herausgefunden hat. Sie entdeckte ein Gen, das die Essstörung Anorexia nervosa begünstigt, wie die Hochschule mitteilte.

Die UDE-Wissenschaftler untersuchten Daten von knapp 3500 Patientinnen mit Magersucht und entdeckten dabei das betreffende Gen auf dem Chromosom 12. Diese Region wurde demnach bereits mit Diabetes Typ 1 und Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht. Magersucht könnte den Forschern zufolge somit mit weiteren Erkrankungen verknüpft sein, etwa mit Schizophrenie. Die Gene, die dafür empfänglich machen, überlappen sich demnach.

Diese Entdeckungen könnten das bisherige Verständnis der Magersucht "nachhaltig verändern", erklärte Anke Hinney von der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes-und Jugendalters am UDE. "Eine psychiatrische Störung mit einem physiologischen Hintergrund eröffnet völlig neue und bislang unerwartete Therapieoptionen." Außerdem könne die genetische Ursache die Betroffenen entlasten, so die Wissenschaftler, die ihre Forschungsergebnisse im Fachmagazin "The American Journal of Psychiatry" veröffentlichten.

Magersucht gehört zu den Essstörungen. Als Ursache kommen mehrere Bedingungen und Faktoren zusammen wie Selbstzweifel, geringes Selbstwertgefühl, Perfektionismus, übermäßige Sorge um Figur und Gewicht sowie einschneidende Erlebnisse wie Trennungssituationen oder ein Schulwechsel. Eine genetische Veranlagung wurde schon seit längerem diskutiert. Magersucht tritt am häufigsten während der Pubertät auf.

 krone.at
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