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Tempo 100 so selten, wie nur möglich

25.469 Protestunterschriften und ein paar kritische „Krone-Artikel“ wirken: Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer zieht die Notbremse, will die A 1-Autofahrer zwischen Linz und Enns nicht rund um die Uhr einbremsen und abzocken: „Ich sorge dafür, dass Tempo 100 so selten wie möglich in Kraft ist.“

Wenn die Schadstoffe die Grenzwerte auf der sechsspurig ausgebauten Westautobahn übersteigen, soll eine geplante Verkehrsbeeinflussungsanlage automatisch das Tempolimit von 130 auf 100 reduzieren. „Weil die Asfinag diese Anlage aber frühestens 2008 oder ´09 aufstellen will, müssen wir Druck machen, ein Provisorium finden“, verspricht Pühringer, dass er mit seinem Straßenbaureferenten Franz Hiesl eine akzeptable variable Übergangslösung sucht: Die bereitliegenden 100er-Tafeln könnten zwar noch im November aufgestellt werden, aber dann umgedreht oder abgedeckt werden, wenn die Luftgüte kein Tempolimit verlangt. „Wie rasch sich das machen lässt, wird sich in 14 Tagen herausstellen“, lässt Pühringer rechtliche Fragen klären.

„Wir haben sicher nicht die Absicht, von Temposündern nur abzucashen“, verweist der Landeshauptmann auf sein Landesbudget, das mit keinen Mehreinnahmen aus dem Lufthunderter rechnet: „Es wird auch sicher keine Höchststrafe nach dem Immissionsschutzgesetz eingehoben, sondern nach den Richtsätzen der Straßenverkehrsordnung abgestraft.“

Landesverkehrsreferent Erich Haider weiß, dass der Hunderter auch keine Dauerlösung für Tirol war: „Er wurde im Sommer aufgehoben, weil er keine Schadstoffreduktion erzielt hat.“

 

 

Foto: Chris Koller

Montag, 14. Juni 2021
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