26.04.2017 17:35 |

Prozess am Mittwoch

38 verdurstete Hunde in OÖ: Ein Jahr Haft

Seit November 2014 zog sich nun das Verfahren gegen Veronika S., die jahrzehntelang im Raum Salzburg und Oberösterreich in Sachen "Hundeerziehung" tätig war und im Bezirk Schärding mindestens 38 Hunde verhungern beziehungsweise verdursten hat lassen. Sie waren damals - neben sieben noch lebenden Hunden und einem Minischwein - bei einer Hausdurchsuchung mumifiziert aufgefunden worden, sowie auch noch weitere nicht mehr einzelnen Tieren zuordenbare Knochen in Säcken. Am Mittwoch wurde sie zu einem Jahr Haft verurteilt.

Am Mittwoch kam es nun endlich zur Aussage der Hauptzeugin und einer Urteilsverkündung wegen Tierquälerei und schweren gewerbsmäßigen Betrugs. Die 64-jährige Gnadenhof-Betreiberin, die wegen Tierquälerei und schweren gewerbsmäßigen Betrugs angeklagt war, wurde zu einem Jahr Haft, drei Monate davon unbedingt, verurteilt. Bei den vergangenen Verhandlungen am Landesgericht Ried/I. hatten immer mehr Zeugen die Angeklagte schwer belastetet. Kurz vor der Urteilsverkündung versuchte aber der Verteidiger, sich an einen letzten Strohhalm zu klammern und plädierte auf Unzurechnungsfähigkeit.

Gutachten bestätigte Zurechnungsfähigkeit
Er beantragte ein psychiatrisches Gutachten. Dieses hat aber die volle Zurechnungsfähigkeit bestätigt, sie habe in vollem Bewusstsein gehandelt. Und nicht nur das: laut dem im Gutachten zitierten Polizeibericht habe sie systematisch jahrelang mit Futter- und Wasserentzug versucht den Willen der Hunde zu brechen. Dass sie dadurch "verendeten", falls sie nicht gefügig wurden, habe sie in Kauf genommen. Und das alles während sich vor dem Haus das Futter palettenweise stapelte.

Zeugen erzählen die grausame Wahrheit
Zeugenaussagen bestätigten auch, dass S. schon über Jahre die Meinung vertritt, dass "ein Aufhängen der Tiere bis kurz vor dem Tod - bis sie sich anscheißen und anbrunzen - die einzige Methode ist, diese Hunde zu resozialisieren."

Gerettete Hunde kamen zur Pfotenhilfe Lochen
Die Pfotenhilfe Lochen war als Geschädigter verfahrensbeteiligt, da schon im April 2014 vier total abgemagerte Hunde im Beisein des Amtsveterinärs von der Tierrettung des Vereins abgeholt und aufwändig gesund gepflegt wurden. Der American Pit Bull Terrier "Zeus" ist bis heute Bewohner der Pfotenhilfe und hat sich prächtig erholt. "Er ist sehr dankbar für seine Befreiung aus der Hundehölle, tobt leidenschaftlich gern mit seinen Freunden über unsere fünf Hektar Wiesen und ist ein großer Schmuser. Leider war es aber bis heute nicht möglich, einen geeigneten Platz für ihn zu finden", erzählt Jürgen Stadler, Sprecher des Vereins.

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