23.04.2017 21:32 |

Le Pen in Stichwahl:

"Müssen diese historische Gelegenheit ergreifen"

Die Rechtspopulistin Marine Le Pen ist ihrem Ziel, Präsidentin Frankreichs zu werden, ein ordentliches Stück nähergekommen. Sie schaffte es am Sonntag in der ersten Wahlrunde auf Platz zwei hinter dem linksliberalen Emmanuel Macron in die Stichwahl um das Präsidentenamt. Die Chefin des Front National (FN) ließ sich von ihren Anhängern feiern und sprach von einem "historischen" Wahlergebnis. "Alle Patrioten" mögen sie in der zweiten Runde unterstützen, so Le Pen. Es sei an der Zeit, das französische Volk von der "arroganten Elite" zu befreien.

In einer Stellungnahme vor ihren Wählern in der nordfranzösischen Stadt Henin-Beaumont, einer Hochburg ihrer Partei, sagte die FN-Chefin am Sonntagabend: "Ihr habt mich in die zweite Runde getragen. Ich möchte euch Wählern meinen tiefsten Dank ausdrücken. Das ist ein historisches Resultat. Es geht um ein Volk, das den Kopf hebt. Die Franzosen müssen diese große Gelegenheit ergreifen."

"Es ist Zeit, das französische Volk von den arroganten Eliten zu befreien, die ihm sein Verhalten vorschreiben wollen", so Le Pen weiter. "Denn die große Herausforderung dieser Wahl ist die wilde Globalisierung, die unsere Zivilisation gefährdet." Sie sprach von einer Entscheidung zwischen der "totalen Deregulierung ohne Grenzen und ohne Schutz" und "Grenzen, die unsere Jobs schützen, unsere Kaufkraft, unsere Sicherheit, unsere nationale Identität".

Das gute Abschneiden der EU-Gegnerin Le Pen dürfte für viele Franzosen und Europäer ein Schock sein. Der entscheidende zweite Wahlgang am 7. Mai wird wohl auch zu einer Abstimmung über Europa werden. Macron ist europafreundlich eingestellt. Ein Sieg Le Pens in der Stichwahl in zwei Wochen wäre nach dem Brexit-Votum und dem Triumph von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl der dritte große Erfolg von nationalistischen Populisten.

Le-Pen-Nichte: "Schöner Sieg für alle Patrioten"
Auch die rechtspopulistische Abgeordnete Marion Marechal-Le Pen sieht das Abschneiden ihres Front National als großen Erfolg. Den Einzug ihrer Tante Marine in die Stichwahl am 7. Mai bezeichnete sie als "schönen Sieg für alle Patrioten". Auf Twitter schrieb sie: "Wir reichen allen die Hand, mit denen wir die patriotischen Werte teilen."

Die Parlamentarierin kritisierte zudem die Ankündigung des konservativen Kandidaten Francois Fillon, nach seiner Niederlage nun den unabhängigen sozialliberalen Kandidaten Macron zu unterstützen: "Die Rechte ruft dazu auf, einen Kandidaten zu wählen, der die Einwanderung verteidigt und erklärt, dass es keine französische Kultur gebe", kritisierte sie.

Via Twitter gratulierte auch der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders Marine Le Pen zu ihrem Wahlergebnis.

FN zum zweiten Mal in Präsidenten-Stichwahl
Mit Marine Le Pen steht der rechtsextreme Front National nun zum zweiten Mal in einer Stichwahl zur Präsidentenwahl. 2002 schaffte es ihr Vater Jean-Marie Le Pen völlig überraschend mit knapp 17 Prozent.

Das Ergebnis wurde als "Schock vom 21. April" bezeichnet. Die Stichwahl verlor Le Pen gegen den Konservativen Jacques Chirac haushoch.

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