So, 19. August 2018

Mega-Fusion

06.03.2017 08:33

Peugeot-Konzern kauft Opel für 2,2 Milliarden Euro

Lange war spekuliert worden, jetzt ist eine der größten Fusionen am Automobilsektor unter Dach und Fach: Der Peugeot-Mutterkonzern PSA übernimmt Opel vom US-Großkonzern General Motors (GM). Der Kaufpreis liege bei 2,2 Milliarden Euro, teilten die Unternehmen am Montag mit. PSA wird mit seinen bisherigen Marken Peugeot, Citroën und DS damit in Europa zur Nummer zwei hinter Volkswagen aufsteigen. Von dem Verkauf betroffen ist auch das Opel-Motorenwerk in Wien-Aspern.

Wie PSA am Montagmorgen in einer Erklärung mitteilte, zahlt der Konzern 1,3 Milliarden Euro, für weitere 900 Millionen gehen die europäischen Geschäfte von GM Financial an das französische Unternehmen. Zu dem bisherigen Europageschäft von GM gehört neben Opel auch die britische Marke Vauxhall.

"Wir sind zuversichtlich, dass der Turnaround von Opel/Vauxhall mit unserer Unterstützung deutlich beschleunigt wird", erklärte PSA-Chef Carlos Tavares. "Gleichzeitig respektieren wir die Verpflichtungen, die GM gegenüber den Mitarbeitern von Opel/Vauxhall eingegangen ist."

Genehmigungen durch Behörden stehen noch aus
Das Geschäft unterliege noch Bedingungen und Behördengenehmigungen und soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. "Opel/Vauxhall wird auch weiterhin von den Urheberrechtslizenzen von GM profitieren, bis die Fahrzeuge in den kommenden Jahren nach und nach auf PSA-Plattformen gebaut werden", teilten die Unternehmen mit.

GM behält einen großen Teil der Pensionsverpflichtungen in seiner Bilanz. Verpflichtungen im Wert von drei Milliarden Euro werden an PSA übertragen, dies wird aber vollständig von GM finanziert. Ein Teil des Kaufpreises wird auch mit Optionsscheinen auf PSA-Aktien im Wert von 0,65 Milliarden Euro bezahlt.

Langfristiger Jobabbau droht
Bei einer Opel-Übernahme durch PSA wird langfristig ein Jobabbau befürchtet. Die rund 19.000 deutschen Opel-Beschäftigten sind noch bis Ende 2018 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Zudem hat sich die Noch-Mutter General Motors bis ins Jahr 2020 tarifvertraglich zu Investitionen und Produktion in den drei deutschen Opel-Werken Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach verpflichtet. Opel hat derzeit gut 38.000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern. Dazu gehört ein Werk für Getriebe und Motoren in Wien-Aspern mit 1600 Mitarbeitern. Zur Zukunft dieses Werkes gibt es bisher noch keine offiziellen Aussagen.

Opel muss sich jetzt selbst sanieren
PSA-Chef Tavares hatte zugesagt, Opel als deutsches Unternehmen zu erhalten. Er hatte aber zugleich angekündigt, Opel müsse sich im Fall einer Übernahme durch PSA weitgehend aus eigener Kraft sanieren. Opel schreibt seit Jahren rote Zahlen, im vergangenen Jahr schrieb die GM-Europasparte operativ 241 Mio Euro Verlust. PSA dagegen machte unter dem Strich einen satten Gewinn von 1,7 Milliarden Euro. PSA war selbst in den vergangenen Jahren mit einem harten Sanierungskurs und Stellenabbau in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt.

Michaela Braune
Michaela Braune

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