Do, 15. November 2018

Schrecklicher Fund

19.01.2017 10:46

Linzer lag monatelang unbemerkt tot in Wohnung

Er lebte mitten in der Stadt und starb doch so einsam, dass sein Tod erst nach acht Monaten bemerkt wurde! Weil sich Post stapelte und der Mann nicht erreichbar war, ließ die Polizei jetzt in Linz die Tür zur Wohnung des 46-jährigen Armin B. aufbrechen. Im Wohnzimmer fanden sie die verwesten Überreste seiner Leiche.

Er hatte in einem Küchenherstellungsbetrieb gearbeitet, fuhr oft mit dem Fahrrad und ging laufen. Viel mehr wussten die Nachbarn des 46-Jährigen in einem vierstöckigen Mehrparteienhaus am Linzer Bindermichl nicht von dem Mann, der abgeschottet im Erdgeschoß in der Teuflstraße lebte. "Er war zwar höflich und hat auch nett gegrüßt, wenn man ihn mal getroffen hat - aber er hat mit niemandem gesprochen", erzählt seine unmittelbare Nachbarin.

Vor einem Jahr hörte Armin B. zu arbeiten auf. "Da haben ihn immer wieder Arbeitskollegen besucht, aber er hat sie nicht in seine Wohnung gelassen", erinnern sich Hausbewohner. Sogar mit seiner Schwester, die auch mal da war, hätte er nur im Stiegenhaus gesprochen. "Er hat ja sogar seine Türklingel abgestellt, damit er seine Ruhe hat", erzählt eine Nachbarin. Aus der Wohnung seien auch nie Geräusche von Radio oder Fernsehgerät zu hören gewesen.

"Er hat gemeint, er braucht keinen Arzt, er sei ein Genie"
Anfang des Vorjahres war einmal ein Arzt da, der Armin B. ins Krankenhaus einweisen wollte. "Aber der hat damals gemeint, er braucht keinen Arzt, er sei ein Genie", so die Nachbarin.

Bereits im Mai des Vorjahres dürfte der 46-Jährige in seiner Wohnung einsam gestorben sein. Post stapelte sich seither bei den Briefkästen im Stiegenabgang. "Wir im Haus haben geglaubt, das er nun doch ins Spital gegangen ist", erklärt die Nachbarin, warum niemand Verdacht geschöpft hat: "Im Haus hat's schon vorher immer komisch gerochen. Ich hab' mich im Sommer aber gewundert, weil ich plötzlich so extrem viele Mücken in meiner Wohnung hatte."

Am Dienstag ließ die Polizei von Feuerwehrleuten die Wohnung in der Teuflstraße schließlich aufbrechen - so wurde die verweste Leiche gefunden. Die Todesursache ist unklar, Fremdverschulden liegt aber offenbar nicht vor.

Johann Haginger, Kronen Zeitung

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Rund 10 Millionen Euro
Am Sonntag wartet dritter Lotto-Sechsfachjackpot!
Österreich
Nicht zu glauben!
Test-Fiasko! Schweiz blamiert sich gegen Katar
Fußball International
Eklat bei Bayern
TV-Experten geohrfeigt: Ribery entschuldigt sich
Fußball International
Urteil in St. Pölten
Mit Pkw auf Ex-Freund und neue Freundin zugerast
Österreich
Mit Probeführerschein
Lenker (20) raste Polizei im 244-PS-Audi davon
Oberösterreich
Fußprellung
Deutschland gegen Russland ohne Dortmund-Star Reus
Fußball International
Als Sportdirektor
Nächster Paukenschlag! Rieds Schiemer schmeißt hin
Fußball National

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.