03.07.2016 18:34 |

Ortstafelfrage

Das Jubiläum eines historischen Tages

Von Kreisky bis Haider waren Politiker aller Parteien Jahrzehnte an der Ortstafel-Frage gescheitert: Am 6. Juli 2011 endete der Konflikt mit dem fast einstimmigen Beschluss des Wochen zuvor erzielten Ortstafel-Kompromisses im Parlament. Lediglich drei Abgeordnete der Grünen machten nicht mit.

Damit wurde das Gesetz in den Verfassungsrang erhoben, was keine Einsprüche beim derzeit aus anderem Grund in aller Munde befindlichen Verfassungsgerichtshof mehr möglich machte. Dieser 6. Juli war buchstäblich ein Kärntner Tag im Hohen Haus am Wiener Ring, obwohl die angereisten Besucher eigentlich nur Beobachterstatus hatten: der damalige Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK), Vize Peter Kaiser (SP) und Landesrat Josef Martinz (VP) saßen mit den Slowenen-Vertretern Marjan Sturm und Bernard Sadovnik auf der Tribüne.

Mit Superlativen wie historisch soll man ja sparen, aber hier ist es angebracht. 56 Jahre nach 1955 wurde der Staatsvertrag in allen Punkten umgesetzt und 24 Gemeinden wurden mit neuen zweisprachigen Ortstafeln beschildert.

Bundeskanzler Werner Faymann betonte in seiner Rede die Bedeutung der Ortstafellösung: "Es ist der Wunsch der Bevölkerung, die unendliche Geschichte zu beenden." Faymann lobte natürlich seinen Staatssekretär Josef Ostermayer.

In der Tat war es der mittlerweilen aus der Politik geschiedene Staatssekretär, der in einem Verhandlungsmarathon gemeinsam mit LH Dörfler, den Parteichefs und Vertretern der Slowenen- und Heimatverbände das schier Unmögliche schaffte.

Wobei es auf der Seite der Volksgruppe einen "Wackelkandidaten" gab und der hieß Valentin Inzko vom Rat. Seine Mimik am Ende der Verhandlungen ähnelte jener von Ex-Bundespräsident Klestil, als der eine VP/FP-Koalition angeloben musste: versteinert.

Wie rasant Politik doch ist, fünf Jahre danach sind fast alle Proponenten Geschichte. Gerhard Dörfler: abgewählt; das Duo Ostermayer und Faymann: ausgetauscht; Michael Spindelegger: abgetreten.

Einzig der damalige Landesvize Peter Kaiser, der die SP-Bürgermeister auf Schiene gebracht hatte, machte einen Karrieresprung. Aber das dürfte bekannt sein.

In den nächsten Tagen bringt die "Krone" Gastkommentare von Gerhard Dörfler, Josef Ostermayer und Bernard Sadovnik, in denen sie schildern, wie sie das Geschehen damals erlebten.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
„Arbeiten unabhängig“
Richter-Chefin weist Straches Vorwürfe klar zurück
Österreich
83-Jährige erstochen
Täter (38) spricht von tödlicher „Verwechslung“
Niederösterreich
Der LASK schlägt zu
Rapidler Potzmann wechselt innerhalb der Liga!
Fußball National
Verhindert Tor
Kante unaufhaltbar? Nicht für Christian Fuchs
Fußball International
Wäre absoluter Rekord
Coutinho bei Bayern: So hoch ist die Kaufoption!
Fußball International
Sponsor ernüchtert
„Stilloser Abschied“ - Vorwurf gegen Schalke-Nübel
Fußball International
Bleibt im Aufsichtsrat
Hoeneß: Kein vollständiger Rückzug beim FC Bayern
Fußball International

Newsletter