Mi, 17. Juli 2019
24.06.2016 15:11

Gegen Brexit

Schotten wollen neues Votum über Unabhängigkeit

Schottland trachtet nach dem Brexit-Referendum in Großbritannien nach einem neuen Volksentscheid zur Loslösung vom Königreich. "Ein zweites Unabhängigkeitsreferendum ist nun höchst wahrscheinlich", sagte Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon am Freitag.

Sie werde sich dafür einsetzen, Schottlands Platz in der Europäischen Union zu sichern, so Sturgeon. Ihre Landsleute im Norden der Insel hatten sich mehrheitlich für den Verbleib in der EU ausgesprochen, während Großbritannien insgesamt für den Austritt votierte.

Die europafreundliche Regierungspartei SNP, der Sturgeon vorsteht, war 2014 mit einem ersten Versuch, die Unabhängigkeit von Großbritannien zu erreichen, knapp gescheitert.

"Die meisten Schotten glauben an starken Staat"
Alle fünf Parteien im Parlament in Edinburgh hatten für den Verbleib in der EU geworben. Die Sympathie vieler Schotten für Europa hat unterschiedliche Gründe: Einerseits basiert ihre Wirtschaft auf dem Export, andererseits tendieren die Schotten weit stärker zur Wahl der Labour Party, deren Chef Jeremy Corbyn für den Verbleib in der EU plädierte. Viele schätzen den Schutz, den sie dank des EU-Arbeitsrechts und anderer europäischer Regelungen genießen. "Die meisten Schotten glauben an einen starken Staat und lehnen die Privatisierungspolitik der Regierung in London ab", sagt etwa Geschichtsprofessor Tom Devine von der Universität in Edinburgh.

Auch die Zuwanderung, eines der Hauptargumente der Brexit-Befürworter, verbreitete in Schottland weit weniger Schrecken als in England: Während viele Engländer die zahlreichen Immigranten aus der EU eher als Konkurrenten um Arbeit und Belastung der Sozialsysteme betrachten, ist Schottland wegen seiner alternden Bevölkerung in ländlichen Regionen auf die Zuzügler angewiesen.

Unabhängigkeit als finanzielles Risiko
Eine Unabhängigkeit würde für Schottland allerdings auch Risiken bergen - vor allem finanziell, denn die Region ist von der Ölförderung abhängig. Entsprechend hart trifft sie derzeit der Ölpreisverfall. "Die Schotten bremst bei ihren Bemühungen um einen Abschied von Großbritannien nur eine Sache, und das ist die finanzielle Abhängigkeit vom Haushalt in London", erklärt Joachim Fritz-Vannahme, der Direktor des Programms "Europas Zukunft" bei der Bertelsmann-Stiftung.

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