29.08.2006 14:11 |

Hilflos ausgesetzt

Marokko soll Flüchtlinge in Sahara ausgesetzt haben

Die marokkanischen Behörden sollen 53 Bootsflüchtlinge in der Wüste Sahara ausgesetzt haben. Einer der vorwiegend aus Mali stammenden Afrikaner sei verdurstet, berichteten spanische Medien am Dienstag unter Berufung auf die Hilfsorganisation Médicos del Mundo, deren Mitarbeiter die Flüchtlinge entdeckt und versorgt hätten.

Ihr Boot sei auf dem Kurs von Mauretanien zu den Kanarischen Inseln an der Küste Marokkos gestrandet. Nach ihrer Festnahme seien die Männer praktisch ohne Wasser und Nahrung ins Grenzgebiet zu dem Nachbarland gebracht und dort ihrem Schicksal überlassen worden.

Bereits im Herbst vergangenen Jahres war Marokko vorgeworfen worden, Flüchtlinge in der Wüste ausgesetzt zu haben. Damals hatten Tausende Afrikaner versucht, die spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla zu erstürmen. Die Regierung in Rabat wies die Vorwürfe scharf zurück.

Flüchtlingsstrom reißt nicht ab
Der Zustrom illegaler Zuwanderer nach Spanien reißt indes nicht ab. Innerhalb von 24 Stunden gelangten mehrere Boote mit fast 400 Insassen auf die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln oder an die Südküste des Landes, wie die Behörden am Dienstag mitteilten.

Unterstützung von EU
Vizeregierungschefin María Teresa Fernández de la Vega reiste angesichts des Flüchtlingsdramas zu Gesprächen mit der finnischen EU-Ratspräsidentschaft nach Helsinki. Sie will die Europäische Union um größere Unterstützung bitten.