Kärnten Inoffiziell:

Aufatmen im Landesmuseum

Kärnten
19.02.2016 16:31

Auf Seite 80, noch hinter dem Bericht über den "Eishockeykracher" Huben gegen Velden, aber immerhin noch vor einem Zitat über die Möglichkeit "von Buchstabensuppe kotzen zu müssen", versteckte sich Freitag in der Kleinen Zeitung das "Resignationsinserat" von Museumsdirektor Thomas Jerger - ihm assistierte beim Handtuchwurf Kulturlandesrat Christian Benger.

Worauf der Stein, der im Museum allen Mitarbeitern vom Herzen fiel, vermutlich Glockner-Dimensionen hatte. Jergers wehleidige Begründung, weshalb er keine Vertragsverlängerung anstrebe, erschöpft sich im Vorwurf, dass ihm ständig die "Karawanken vor die Füße gelegt werden würden". Landesrat Benger meint allen Ernstes, Jerger sei "nicht gescheitert". Muss einem angesichts eines bis 2019 geschlossenen Landesmuseums, unattraktiver Außenstellen und zahlloser Mobbingvorwürfe sowie verlorener Verfahren auch erst einfallen.

Apropos: Zu letzteren gibt’s "frische Ware". Einer leitenden Mitarbeiterin müssen laut Urteil des Arbeits- und Sozialgerichts (35 Cga 90/15s) Entgeltdifferenzen nachgezahlt werden, weil ihre Vorrückung von Jerger unkorrekterweise nicht akzeptiert worden war. Weiters hat die Staatsanwaltschaft eine von Jerger-Adlatus Ing. MMag. Dr. Karl Ruttnig-Wurzer gegen Betriebsrat Paul Gleirscher eingebrachte Anzeige eingestellt: "weil kein Grund zur Verfolgung besteht."

Der selbe Gleirscher berichtet in einem Schreiben an die halbe Regierung von Landeshauptmann Peter Kaiser abwärts (datiert vom 18. Februar, also Donnerstag) "einmal mehr von wüstesten Beschimpfungen" seiner Person durch Jerger. Dieser war übrigens wie immer unerreichbar.

Wenn wer im Februar bekannt gibt, dass er Ende 2016 abtritt, dann ist er den Rest des Jahres das, was die Amis eine "lame duck" ("lahme Ente") nennen. Zwei Namen potenzieller und vor allem höchst geeigneter Nachfolgekandidaten aus Kärnten kursieren ja bereits. Eine interimistische Direktorenbesetzung, wie sie Benger ab 2017 vorschwebt, ist jedenfalls das letzte, was der Scherbenhaufen namens "Rudolfinum" braucht.

Das vollständige "Kärnten Inoffiziell" lesen Sie am Samstag, 20. Februar, in Ihrer "Kärntner Krone".

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