Sa, 18. August 2018

Fund in Milchstraße

23.01.2016 08:01

Forscher: Hinweise auf zweitgrößtes Schwarzes Loch

Japanische Forscher haben mithilfe der Daten zweier Teleskope Hinweise auf das vermutlich zweitgrößte Schwarze Loch in unserer Heimatgalaxie entdeckt. Ihren Angaben zufolge hat das unsichtbare Objekt ein Masse von rund 100.000 Sonnen. Gefunden wurde es in einer Gaswolke, die "nur" 200 Lichtjahre vom Zentrum der Milchstraße entfernt ist.

Diesen Schluss zogen Wissenschaftler der Keio University nach der Analyse einer Gaswolke mit dem Katalognamen CO-0.40-0.22. mithilfe von Daten des Nobeyama-45-Meter-Teleskops in Japan bzw. des ASTE-Teleskops in Chile. Die Gaswolke hatte die Astronomen vor ein Rätsel gestellt, weil sich ihre Gaspartikel mit einer großen Spannbreite unterschiedlicher Geschwindigkeiten bewegen.

Weil sich das Forscherteam um Tomoharu Oka diesen Umstand nicht erklären konnte, nahm es die Gaswolke CO-0.40-0.22 näher unter die Lupe und stellten in einer Simulation nach, wie sie sich verhalten würde, wenn sie durch eine starke Anziehungskraft durcheinander gewirbelt wird. Dabei zeigt sich, dass sich die Gaswolke verhält, als wäre sie einer Gravitationsquelle mit einer 100.000-fachen Sonnenmasse ausgesetzt. Da mit den Teleskopen weder im Röntgen- noch im Infrarotbereich ein Objekt entdeckt werden konnte, sei "die beste Erklärung für das dichte Objekt ein Schwarzes Loch", sagt Oka.

Aus den Berechnungen gehe hervor, dass es sich bei diesem Schwarzen Loch nicht um eines der normalen, stellaren Schwarzen Löcher handeln kann, es müsse deutlich massereicher sein, bschreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin "Astrophysical Journal". Mit seiner Masse von 100.000 Sonnen und einer Ausdehnung von 0,3 Lichtjahren, wäre es der erste Fund eines mittelschweren Schwarzen Lochs. Bislang kannte man nur Schwarze Löcher mit etwa der zehnfachen Sonnenmasse und supermassereiche Schwarze Löcher, die die millionen- bis milliardenfache Masse unseres Zentralgestirns haben.

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