07.01.2016 18:17 |

Superschwere Atome

Periodensystem erhält vier neue chemische Elemente

Das Periodensystem der chemischen Elemente ist um vier Elemente reicher. Die Internationale Union für reine und angewandte Chemie (International Union of Pure and Applied Chemistry, kurz IUPAC) hat die superschweren Atome mit den Ordnungszahlen 113, 115, 117 und 118 kürzlich offiziell anerkannt. Für die Elemente, die nur für Sekundenbruchteile existieren, bevor sie wieder zerfallen, gibt es vorerst nur provisorische Namen.

Nachdem 2011 die chemischen Elemente 114 und 116 als entdeckt eingestuft worden sind, ist das Periodensystem der Elemente also durchgehend von der Ordnungszahl 1 (Wasserstoff) bis 118 (Ununoctium) belegt. Die neuen Elemente tragen noch die vorläufige Platzhalternamen, die eine lateinische Beschreibung ihrer Ordungszahl sind - also Ununtrium (Uut, 113), Ununpentium (Uup, 115), Ununseptium (Uus,117) und Ununoctium (Uuo, 118). Jene Forscher, die sie entdeckt haben, dürfen nun Bezeichnungen für die Neuzugänge vorschlagen.

Ununtrium (113) wurde von Wissenschaftlern am japanischen RIKEN-Forschungsinstitut entdeckt, Ununpentium (115) wurde 2006 im russischen Kernforschungszentrum Dubna von einem internationalen Expertenteam erzeugt und identifiziert. Im Jahr 2010 gelang einem russisch-amerikanischen Team auch der Nachweis des noch schwereren Elements, Ununseptium (117), dem wenig später die Entdeckung von Ununoctium (118) folgte.

Namensgebung von IUPAC geregelt
Die IUPAC-Regeln sehen vor, dass die Namen neuer Element nach einer Eigenschaft, einem Forscher, einem Mineral, einem Ort oder Land sowie einer mythologischen Gestalt benannt werden dürfen. So ist beispielsweise das von Marie Curie entdeckte Element Polonium zu Ehren der Nobelpreis-Trägerin nach deren Heimat Polen benannt.

Einen ersten Vorschlag gibt es bereits: Mehr als 65.000 Menschen haben binnen weniger Tage eine Online-Petition mit dem Ziel unterschrieben, eines der Elemente nach dem gestorbenen Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister zu benennen. "Wir halten es für angemessen, dass der Internationale Chemikerverband vorschlägt, dass eines der vier neu entdeckten Schwermetalle im Periodensystem Lemmium genannt wird", schrieb Initiator John Wright aus England.

Die Ordnungszahl (auch als Ladungszahl bezeichnet, Anm.) gibt auf der Periodentafel die Anzahl der Protonen im Atomkern eines chemischen Elementes an. Sie ist gleichwertig mit dem Namen des Elements, d. h., alle Atome mit identer Ordnungszahl gehören zum selben Element. In den vergangenen 250 Jahren wurden dem Periodensystem immer wieder neue Elemente hinzugefügt, im Schnitt rund alle zweieinhalb Jahre eines.

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