Sa, 23. Juni 2018

Flüchtlingskrise

19.12.2015 15:18

Orban unterstellt EU "selbstmörderische" Tendenzen

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat Europas Politikern in der Flüchtlingskrise Mangel an gesundem Menschenverstand unterstellt. "Selbst den einfachsten Menschen war klar, dass wir nicht zulassen dürfen, dass solche Menschenmassen ohne Kontrolle in unser Leben einmarschieren", sagte der Rechtskonservative am Samstag der tschechischen Zeitung "Lidove noviny". Man wisse nicht, was das für Leute seien und woher sie stammten. Nichts zu unternehmen, zeuge von "selbstmörderischen Neigungen".

Orban verteidigte die Klage seines Landes gegen die Umverteilung von Flüchtlingen innerhalb der Europäischen Union. Er vermutete dahinter eine Verschwörung der politischen Linken: "Wir haben den Verdacht, dass in Europa geheim oder hinter vorgehaltener Hand Wähler importiert werden", sagte er. Nach Ansicht des Rechtspolitikers würden die meisten eingebürgerten Migranten linke Parteien wählen.

Der ungarische Regierungschef zweifelte zudem an der Integrationsfähigkeit von Ausländern. "Die Tatsache, dass wir bei uns keine Parallelgesellschaften haben, ist kein Nachteil Mitteleuropas, sondern einer unserer größten Vorteile", sagte er.

Orban regiert seit 2010 mit einer Zweidrittelmehrheit in Ungarn. Er ließ einen Grenzzaun errichten, um Flüchtlinge abzuhalten.

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