17.12.2015 15:00 |

Nach Festnahmen

Schon 34 Dschihadisten in Österreichs Gefängnissen

Die Ermittlungen zu den beiden in einem Salzburger Flüchtlingslager verhafteten Paris-Terrorhelfern laufen auf Hochtouren. Die "Krone" fragte bei Justizsektionschef Christian Pilnacek zum Verschlussakt und "Dschihad-Verfahren" im Allgemeinen nach - die Zahlen sind brisant.

Pilnacek ist langjähriger Chef der Sektion "Strafrecht" und damit der verlängerte Arm des Justizministeriums über alle Staatsanwaltschaft in Österreich. Wenn es heikel wird, rückt der Rechtsexperte ins Rampenlicht. Im "Krone"-Gespräch bilanziert er den allgemeinen Ermittlungsstand in Sachen islamischer Extremismus.

"Bisher sind rund 34 Personen (mit den jüngsten Festnahmen in Salzburg, Anm.) in Straf- bzw. U-Haft, wir führen mehr als 50 Verfahren", so Pilnacek. Dabei handelt es sich vorwiegend um brandgefährliche IS-Kämpfer bzw. -Rückkehrer.

"Tipp kam von den Franzosen"
Zum Verschlussakt rund um die beiden mutmaßlichen Paris-Terrorhelfer will der Sektionschef nicht allzu viel verraten. Nur so viel: "Der Tipp kam von den Franzosen. In dem Fall wird europaweit ermittelt, es geht um hochsensible Dinge." Aufgrund des genauen Hinweises dürften der 28-jährige Algerier und der 34 Jahre alte Pakistaner also wohl auf der französischen Terror-Fahndungsliste gewesen sein. Die genaue Identität der Verdächtigen steht aber aufgrund mehrerer gefälschter Dokumente (nicht nur die syrischen Pässe) noch nicht fest.

Bei den jungen Männern wurden neben den Handys auch unzählige SIM-Karten gefunden. Jetzt gilt es, die Daten, Kontakte, Fotos, Videos zu entschlüsseln. Pilnacek: "Das ist ein Puzzle, das wir nun zusammenfügen müssen."

Aus dem Video-Archiv: Razzia gegen Paris-Drahtzieher

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