25.11.2015 10:30 |

"Krone"-Ombudsfrau

Betagte Mutter sucht nach Grabstätte ihres Sohnes

„Wir stehen vor dem leeren Grab. Das tut allen weh“, sagt Elfriede Saminger. Die Oberösterreicherin hat im Jänner 2015 ihren Sohn verloren. Wegen familieninternen Zwistigkeiten weiß sie bis heute nicht, wo die Urne beigesetzt wurde. Ein ungewöhnlicher Fall, der an die Ombudsfrau herangetragen wurde.
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Unternehmen und Behörden sind meist die Ansprechpartner, wenn die Ombudsfrau aktiv wird. Im Fall von Elfriede Saminger aber ging die Recherche tief in eine Familie hinein. Elfriede Saminger und auch die Tochter des Verstorbenen haben in den vergangenen Monaten nichts unversucht gelassen, die Grabstätte zu finden. "Ich würde meinen Sohn gerne im Familiengrab bestatten", sagt die Witwe, die drei Söhne aufgezogen hat.

"Wenige Tage vor seinem Tod teilte Klaus seiner Mutter mit, er wolle auf gar keinen Fall im Familiengrab in Pregarten beigesetzt werden, und weiters teilte er ihr mit, dass ich im Falle seines Todes die Totenfürsorge übernehmen werde", schreibt hingegen die Lebensgefährtin des Verstorbenen an die Ombudsfrau. Ein Testament, in dem dieser letzte Wille auch schriftlich festgehalten ist, gibt es leider nicht. Die Frau hat die Begräbniskosten bezahlt. Den Ort, wo sie die Urne beigesetzt hat, will sie nicht preisgeben. "Aber Klaus hat Frieden."

Wie nun sollen Mutter, Tochter und Brüder um den Verstorbenen trauern? Die Psychologin Linda-Maria Furchtlehner in der Linzer Landesnervenklinik sagt dazu: " Man kann sich einen eigenen Platz schaffen, wo man trauern kann. Das kann im Haus oder im eigenen Garten sein. Man kann zum Beispiel ein Foto aufstellen, bei dem man dem Menschen immer wieder begegnen kann." Wichtig sei, dass man einen Weg findet, um Frieden zu machen, und die strittigen Fragen nicht immer aufwühlt. Wenn viele Emotionen im Spiel sind, können auch Psychologen und Psychotherapeuten Hilfe geben.

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