26.09.2015 11:13 |

Toter Flüchtlingsbub

Vater: "Es war richtig, dass Medien Fotos zeigten"

Das Foto des ertrunkenen syrischen Flüchtlingsbuben Aylan Kurdi erschütterte die Welt - jetzt hat der Vater des Buben, Abdullah Kurdi, in einem Interview die Veröffentlichung der Bilder seines toten Sohnes verteidigt. "Es war richtig, dass die Medien das Foto gezeigt haben", sagte er der "Bild"-Zeitung am Samstag. "Die Menschen dürfen nicht wegsehen, was Schreckliches passiert auf dem Weg nach Europa, nur weil man uns vorher kein Visum geben will."

Kurdi erklärte gegenüber der Zeitung, dass er die Veröffentlichung der Bilder seines ertrunkenen Sohnes für angemessen hält. Er selbst könne das Foto allerdings kaum anschauen. "Ich kann nur ganz kurz hinschauen. Länger ertrage ich es nicht, dann entsteht ein Krampf bei mir."

Die Fotos des leblosen Körpers von Aylan entstanden Anfang September an einem Strand im türkischen Bodrum. Sie sorgten weltweit für Bestürzung. Der Bub gehörte einer Gruppe an, die per Boot die griechische Insel Kos erreichen wollte. Auch seine Mutter und sein fünfjähriger Bruder ertranken, als das Boot kenterte. Der Vater überlebte das Unglück.

Abdullah Kurdi wies zugleich Vorwürfe zurück, er selbst sei der Schlepper gewesen, der die Überfahrt der Flüchtlinge organisiert habe. "Ich kann nicht verstehen, wie Leute solche Lügen verbreiten können. Ich war niemals Schlepper und werde es nie sein", sagte er der Zeitung.

An die Politik appellierte Kurdi: "Die Regierungen müssen verstehen, dass das Mittelmeer oder Zäune niemanden aufhalten werden. Warum gibt man uns Visa erst, wenn wir Schlepper bezahlt und diese gefährliche Reise hinter uns haben?"

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