Langes Strafregister

Sechs Monate Haft für Schokoladendieb

Österreich
28.04.2006 16:50
68 Jahre ist der Angeklagte alt. Und er kennt sich aus bei Gericht. Schließlich ist er der pensionierte Wiener 15 Mal vorbestraft! Immer wieder will er aufstehen, wenn ihn die Richterin anspricht. Früher war das so, da hat er aber auch noch ganz andere Dinger gedreht. Heute geht es vergleichsweise um eine Lappalie: Um den Diebstahl von Schokolade im Wert von 20 Euro. Trotzdem muss er für ein halbes Jahr hinter Gitter!

Acht „Alpentaler“, Schokofußbälle, andere Süßigkeiten, Kräuterschnaps und eine Druckerpatrone vermerkt die Anklage als „Diebsbeute“. „Haben Sie die gebraucht?“, will die Richterin Birgit Schneider wissen. „Nein, gar nicht“, antwortete der Pensionist: „Die Druckerpatrone wollte ich einem Freund schenken und hab irgendeine genommen. Ich kenn mich ja nicht aus. Dann bin ich aber draufgekommen, es war die falsche!“

Gehirnleiden ist Schuld am Diebesdrang
„Und die Süßigkeiten?“, fragt die Richterin. „Die hätte ich mir ja kaufen können“, hält er entgegen. Und er führt die unbedachten Diebstähle auf ein Gehirnleiden zurück, das ihn angeblich seit 20 Jahren plagt. „Immer wenn ich meine Medikamente nicht nehme, passieren solche Sachen.“

Ein halbes Jahr für Schokolade und Tinte
Das Urteil fällt dann relativ drastisch aus: sechs Monate unbedingt Haft. Doch angesichts der vielen Vorstrafen war keine andere Entscheidung möglich.

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