24.05.2015 08:05 |

Weiterer Nutzen

Viagra hilft möglicherweise gegen Malaria

Das vom US-Unternehmen Pfizer auf den Markt gebrachten Medikament Viagra hat neben seiner allgemein bekannten Wirkung möglicherweise noch einen weiteren Nutzen. Ein britisch-französisches Forscherteam fand nämlich jetzt im Rahmen einer Studie heraus, dass die kleinen blauen Pillen gegen Malaria wirksam sein könnten.

Der für Malaria verantwortliche Parasit Plasmodium falciparum (im Bild rechts) hat einen komplizierten Entwicklungszyklus, der zum Teil im Menschen und zum Teil in seinem Überträger stattfindet. Zur Ausrottung dieser Krankheit müssen neue Behandlungsmethoden entwickelt werden, mit denen seine Übertragung von den infizierten Menschen auf die Mücken vermieden werden kann.

Der Parasit entwickelt sich in den roten Blutkörperchen, wenn diese sich noch im Knochenmark befinden. Danach werden sie in das Blut abgegeben, wo die Anopheles-Mücken - die die Malaria übertragen - sie durch einen Stich aufnehmen können. Die im Blut zirkulierenden roten Blutkörperchen, mit oder ohne Parasit, sind verformbar, was ihre Eliminierung durch die Milz verhindert: Die Rolle der Milz besteht darin, das Blut zu filtern, um die alten, nicht mehr so elastischen oder anormalen Blutkörperchen zu beseitigen. Die verformbaren roten Blutkörperchen mit Parasiten verbleiben im Blut, wo sie für die Mücke erreichbar sind.

Viagra in In-vitro-Modell getestet
Die Wissenschaftler beschäftigen sich mit den molekularen Mechanismen, durch die die roten Blutkörperchen ihre Verformbarkeit erhalten. Mit einem In-vitro-Modell, das die Funktion der Milz nachahmte, haben sie verschiedene pharmazeutische Substanzen identifiziert, die diesen Mechanismus stören: Die Verformbarkeit der infizierten Blutkörperchen wurde gestoppt, die solcherart erstarrten infizierten Blutkörperchen durch die Milz ausgeschieden und so dem Zugriff der Anopheles-Mücken entzogen. Zu diesen Substanzen gehörte Viagra.

Die Entdeckung eröffne den Weg zu einem neuen Ansatz, um die Verbreitung von Malaria zu bekämpfen, so die Forscher. Sie wollen nun in Folgestudien den Wirkstoff von Viagra modifizieren, um dessen erektile Wirkung zu verhindern bzw. ähnliche Moleküle ohne diese Wirkung nutzen.

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