Flüsse steigen

Schneeschmelze bringt nun Hochwasser

Zwölf Milliarden Kubikmeter Schnee bedeckten vor zehn Tagen noch Oberösterreich - nun schmilzt alles gefährlich schnell: Erste Muren und Überschwemmungen machen Angst! Die Traun und die Donau sind seit vier Tagen um fast einen Meter gestiegen. Und in Kematen bei Wels trat bereits der Innbach über die Ufer.

Von den Hochwassermarken sind die großen Flüsse Oberösterreichs derzeit aber noch weit entfernt, sie haben noch Aufnahmekapazitäten. So stieg der Pegel der Traun in Wels von 160 auf 240 Zentimeter (Hochwasseralarm bei 450 Zentimetern), die Donau in Linz von 370 auf 435 Zentimeter (Hochwasser ab 550 Zentimetern) und der Inn in Schärding von 375 auf 420 Zentimeter (Hochwasseralarm bei 5,80 Metern).

Mehrere Straßen gesperrt
Aber auch die Ager und die Vöckla stiegen um mehr als einen halben Meter an. Am Sonntag mussten bei Kematen mehrere Straßen gesperrt werden, weil der Innbach überlief. In Buchkirchen setzte dieser Bach einen Keller zentimetertief unter Wasser. Diese Woche sollen Temperaturen bis auf 20 Plusgrade klettern, zugleich droht Regen. Da könnte in den nächsten Tagen die Aufnahmekapazität weiterer Bäche und Flüsse überschritten werden.

Zumindest entlang der Donau läuft aber bereits ein neues Frühwarnsystem des Landes und des Hydrografischen Dienstes im Probebetrieb. „Damit sollte Flutgefahr 48 Stunden im Voraus erkannt werden“, erklärte Wasserlandesrat Rudi Anschober (Grüne) bei der Präsentation des Projektes.

Vermehrte Lawinenabgänge und Hangrutschungen
Die Schneeschmelze führt aber auch zu vermehrten Lawinenabgängen und Hangrutschungen: So mussten zwei Dutzend Feuerwehrleute zweieinhalb Stunden lang ein Gebäude in Offenhausen sichern, auf das ein Steilhang abzurutschen drohte. Das abfließende Schmelzwasser wurde mit einem Sandsackwall umgeleitet.

 

Foto: Erich Petschenig

Sonntag, 25. Oktober 2020
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