Fr, 17. August 2018

"Türen verschlossen"

05.04.2015 17:39

Tschechiens Präsident im Clinch mit US-Botschafter

Der tschechische Staatspräsident Milos Zeman hat den US-Botschafter in Prag, Andrew Schapiro, wegen dessen Kritik an der bevorstehenden Reise Zemans nach Moskau anlässlich des 70. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs heftig attackiert. "Nach dieser Erklärung sind die Türen der Prager Burg für Botschafter Schapiro geschlossen", sagte Zeman am Sonntag.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass der tschechische Botschafter in Washington dem US-Präsidenten Ratschläge geben würde, wohin er reisen soll. Ich lasse mir in meine Reisepläne von keinem Botschafter dreinreden", so Zeman. Schapiro hatte Ende März im tschechischen Fernsehen erklärt, Zeman könnte der einzige Spitzenpolitiker eines EU-Landes sein, der an den Feierlichkeiten anlässlich des 70. Jahrestages der Beendigung des Zweiten Weltkriegs in Europa teilnehmen würde. Das sei "etwas prekär". Allerdings sei es nicht seine Aufgabe, dem tschechischen Staatspräsidenten zu sagen, was er tun solle und was nicht.

Reise auch innenpolitisch umstritten
Die angekündigte Reise Zemans nach Moskau am 9. Mai ist auch in Tschechien umstritten. Die Opposition sowie ein Teil der regierenden Sozialdemokraten, einschließlich des Außenministers Lubomir Zaoralek, kritisieren vor allem Zemans Teilnahme an der traditionellen 9.-Mai-Militärparade in Moskau. Grund der Kritik ist die Annexion der Krim und die Politik Russlands in der ukrainischen Krise.

Die Kritiker sagen außerdem, Zeman werde wohl der einzige Spitzenvertreter eines EU-Staates sein, der an den Feierlichkeiten in Moskau teilnimmt. Zeman hatte bereits früher die Kritik mit den Worten zurückgewiesen, er wolle jener 150.000 sowjetischer Soldaten gedenken, die bei der Befreiung der ehemaligen Tschechoslowakei gefallen seien. Außerdem sei die Reise ein "Ausdruck der Dankbarkeit" dafür, dass man heute in Tschechien nicht Deutsch sprechen müsse, so Zeman. Außer Zeman sollen laut russischen Medien auch die Spitzenvertreter Griechenlands und Zyperns am 9. Mai nach Moskau reisen.

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