Unverfroren?

Gemeinde ¿schnorrt¿ Geld für Winterdienst

Mit einem „Bettelbrief“ wandte sich auch heuer wieder die Gemeinde Zwettl an der Rodl an ihre 1780 Bürger: Wer mit dem Winterdienst zufrieden ist, soll dafür auch privat blechen. Die ungewöhnliche „Schnorrerei“ - quasi mit dem Klingelbeutel am Schneepflug - hat aber durchaus Sinn: Der diesjährige Rekord-Winter kommt die Mühlviertler Kommune doppelt so teuer wie jener vor zwei Jahren.

„Heuer kommt uns der Winterdienst auf 108.000 Euro, bei 700 Haushalten sind das 154 Euro pro Haushalt. Zum Vergleich: 2004/2005 kostete uns der Winterdienst noch 67.300 Euro, und 2003/2004 waren es ,nur´ 50.800 Euro“, erklärt Bürgermeister Arnold Weixelbaumer, warum er seine 1780 „Schäfchen“ zum fünften Mal zur Kollekte ruft.

Immerhin berappt etwa ein Drittel den freiwilligen Obolus, durchschnittlich tröpfeln so immerhin 5000 Euro in die Gemeindekasse. Doch wer nicht blechen will, bleibt ungeschoren: Der Ortschef beteuert, dass die Zahlungen nicht namentlich ausgewertet werden: „Sanktionen wie eine schlechtere Schneeräumung für säumige Zahler gibt es keine“, schmunzelt Weixelbaumer. Ihm geht es auch um die Bewusstseinsbildung: „Wir wollen den Leuten aufzeigen, welche Leistungen wir für sie erbringen.“

Im Bezirk Urfahr halten noch die Gemeinden Vorderweißenbach und Oberneukirchen den Hut auf. Die Zwettler Nachbargemeinden Sonnberg, Kirchschlag, Hellmonsödt und Bad Leonfelden verzichten auf solche milden Gaben.

 

 

 

Foto: Chris Koller

Montag, 10. Mai 2021
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