So, 21. Oktober 2018

Ab 2015

04.12.2014 18:17

Deutsche Bundesliga führt Torkamera ein

Die deutsche Fußball-Bundesliga führt ab 2015 die Torlinien-Technologie ein. Das haben die 18 Klubs der höchsten Spielklasse mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit am Donnerstag in Frankfurt beschlossen.

Die ewigen Fragen, ob der Ball nun über der Linie war oder nicht, sind ab der kommenden Saison Geschichte. Ab 2015 wird das Hawk-Eye-Sytem in Deutschland zum Einsatz kommen. "Ich darf Ihnen sagen, dass in Hinblick auf die Torlinientechnologie die Einführung beschlossen worden ist", erklärte Liga-Präsident Reinhard Rauball bei einer Pressekonferenz. "Und zwar mit einem Ergebnis von 15:3."

Zweite Liga ausgeschlossen
Den Antrag zur erneuten Abstimmung hatte der FC Bayern gestellt. Bei der ersten Abstimmung am 24. März hatten sich 24 der 36 Profivereine gegen die Satzungsänderung gewehrt - auch aus finanziellen Gründen. Diesmal wurden die Zweitligisten nicht mehr mit einbezogen, nur die Erstligisten stimmten ab.

Zuvor hatte die DFL in einer Ausschreibung unter verschiedenen Anbietern von Torlinientechnik die zu erwartenden Kosten ermittelt. Beim Hawk-Eye-System registrieren sieben auf jedes Tor gerichtete Kameras die Position des Balles zentimetergenau. Einen Torerfolg meldet das System in nur einer Sekunde an den Schiedsrichter. Die Uhr am Handgelenk des Referees vibriert und blinkt, es ertönt ein Audio-Hinweis über das Headset. Möglich ist es zudem, in den Stadien wie beim Tennis eine grafische Präsentation der Szene zu zeigen.

Entscheidung für englisches System
Das Hawk-Eye-System, kommt bereits seit Jahren im Tennis zum Einsatz. Die deutsche Bundesliga hat sich damit für ein englisches System und gegen den deutschen Anbieter GoalControl entschieden. Dieser wurde bei der WM in Brasilien erstmals getestet. "Ich glaube, dass es für den deutschen Fußball ein Schritt nach vorne und eine Hilfe für die Schiedsrichter ist", erklärte Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball.

Die Kosten sollen sich laut DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig auf weniger als 8.000 Euro pro Spiel belaufen. Damit müssen die Vereine in einer Saison rund 135.000 Euro für die Technik berappen. "Wir haben einen exzellenten Preis erzielen können", freute sich Rettig.

Die Unparteiischen nahmen die Nachricht mit Begeisterung auf. "Im Namen aller Bundesliga-Schiedsrichter kann ich den Vereinen der DFL zu ihrem Beschluss nur gratulieren. Die Einführung der Torlinientechnologie bedeutet ein zusätzliches Stück Sicherheit in der wichtigsten Entscheidung des Fußballs - Tor oder kein Tor", sagte DFB-Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel.

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