Steirerin verrät, wie

Rekordstudentin: Mit nur 24 Jahren zum Doktortitel

Steiermark
02.08.2026 06:00

Marlene Anzenberger aus Bruck an der Mur ist mit nur 24 Jahren schon Doktorin der Rechtswissenschaften. Der „Krone“ und allen anderen Studenten verrät sie ihre Tricks.

Mit nur 24 Jahren ein Doktorat in Rechtswissenschaften absolvieren – die meisten halten das vermutlich für eine Unmöglichkeit. Doch Marlene Anzenberger aus Bruck an der Mur hat das geschafft. Ihr Geheimnis: diszipliniertes Arbeiten mit vielen kleinen Pausen.

Acht Semester: Das ist die Regelstudienzeit für das Diplomstudium der Rechtswissenschaften an der Uni Graz, doch nur die wenigsten schaffen es, das Studium tatsächlich in dieser vorgegebenen Zeit zu beenden. Der durchschnittliche Studierende braucht dafür rund zwölf Semester. Und Marlene Anzenberger? Sie unterbietet die viel zu optimistisch angesetzte Regelstudienzeit sogar und schloss das Diplomstudium in lediglich fünf Semestern ab!

Marlene Anzenberger ist in Bruck an der Mur geboren und hat an der Uni Graz studiert.
Marlene Anzenberger ist in Bruck an der Mur geboren und hat an der Uni Graz studiert.(Bild: Christian Jauschowetz)

„Ich habe am Gymnasium in Bruck an der Mur maturiert und studiere seither an der Universität Graz, an der ich 2022 das Diplomstudium der Rechtswissenschaften und im Juni dieses Jahres das Doktorat abgeschlossen habe“, erzählt sie.

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Über die ganze Zeit verteilt gab es sowohl produktive als auch weniger produktive Phasen und natürlich auch Zeiten, in denen ich Dinge lieber aufgeschoben habe.

Marlene Anzenberger

„Der Begriff des Völkergewohnheitsrechts“ ist der Titel ihrer Dissertation: Diese handelt vom Völkergewohnheitsrecht, ein Recht, das nicht beschlossen wird, sondern sich langsam entwickelt. „Die Schwierigkeit besteht darin, dass sich solche Normen nicht einfach in einem Gesetzbuch nachlesen lassen.“ So war unter anderem ihr Ziel, ein nachvollziehbares Prüfungsschema zu entwickeln, um diese Normen identifizieren zu können. „Über die ganze Zeit verteilt gab es sowohl produktive als auch weniger produktive Phasen und natürlich auch Zeiten, in denen ich Dinge lieber aufgeschoben habe.“

Ziele setzen und sich auch selbst belohnen
Aber da bleibt noch die Frage: Wie hat Marlene Anzenberger das alles geschafft? Und dazu in dieser rekordverdächtigen Zeit? „Wenn ich weiß, dass eine Deadline naht, teile ich meinen Tag und meine Aufgaben genau ein“, erzählt sie. Dabei setzt sie sich kleine Ziele und belohnt sich immer wieder, wenn sie diese erreicht hat. „Dadurch fällt mir zum einen der Einstieg in die Arbeit leichter, und zum anderen mache ich genügend Pausen, um weitermachen zu können.“ Aber auch das Reiten an Wochenenden ist für die Steirerin wichtig, um den Kopf freizubekommen.

Doch mit ihrem Doktorat ist ihre Reise noch nicht beendet: Bis Oktober, so sagt die junge Frau, sei sie noch an der Universität Graz angestellt. „Danach werde ich das Gerichtsjahr absolvieren und etwas Praxisluft schnuppern. Wie ich mich dabei schlagen werde – Theorie und Praxis sind bekanntlich zwei verschiedene Paar Schuhe – und wie es dann für mich weitergeht, steht in den Sternen.“

Besser nur ein Satz als ein zu hohes Ziel
Abschließend gibt Anzenberger allen Schülern, Studenten und jedem, der ein „unschaffbares“ Projekt vor sich hat, einen Rat mit auf den Weg: „Mir hat einmal jemand gesagt, dass es besser ist, jeden Tag einen Satz zu schreiben, als sich ein zu hohes Ziel zu stecken und dann aufgrund von Frustration nicht weiterzukommen.

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