Tschernobyl-Kinder

Ukraine-Krieg erschwert Krebstherapie von Kindern

Niederösterreich
31.07.2026 05:00

Seit 30 Jahren kommen schwer kranke Kinder aus der Ukraine nach Ybbs. In Niederösterreich und Wien werden sie untersucht, dazwischen genießen sie ein Sommer-Ausflugsprogramm. 

Obwohl der Unfall im Atomkraftwerk Tschernobyl 40 Jahre her ist, erkranken heute noch Menschen an den Folgen der radioaktiven Verstrahlung. Herzzerreißend ist es, wenn die Leidtragenden Kinder sind, die noch ihr ganzes Leben vor sich haben sollten. In Ybbs im Bezirk Melk wird ihnen schon seit den 1990er-Jahren geholfen. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Jahr 2022 stagniert die Versorgung im Land allerdings. 

„Vor mehr als 30 Jahren wurde im Fernsehen ein Bericht der vielen kranken Kinder in der Nähe von Tschernobyl gezeigt“, erinnert sich der ehemalige Vizebürgermeister von Ybbs, Franz Brachinger. „Als Gemeinde hatten wir sofort den Drang, zu helfen“, sagt er. Seither kommen jährlich Kinder ab fünf Jahren nach Niederösterreich, um hier etwas Erholung von der Krankheit zu bekommen. Die Organisation Global2000 unterstützt die Initiative, genauso wie der Babenbergerhof, der Unterkunft und gutes regionales Essen zur Verfügung stellt.

Altbürgermeister Franz Sierlinger im Jahre 1997 mit den Kindern.
Altbürgermeister Franz Sierlinger im Jahre 1997 mit den Kindern.(Bild: Franz Crepaz)

Vor wenigen Tagen sind 21 Kinder angekommen, die bereits alle eine Chemotherapie hinter sich haben. „Die medizinische Versorgung in der Ukraine ist seit dem Krieg noch schlechter geworden“, heißt es. In Österreich werden sie ärztlich durchgecheckt. Wichtige Medikamente, die bei der Genesung lebensrettend sind, gibt es in Österreich oft in viel größeren Mengen. 

„Sollte wirklich etwas passieren, stehen Spitalbetten bereit“, betont Brachinger, „obwohl die meisten Kinder, die da sind, gerade am Weg zur Besserung sind.“ Hauptprogramm für die 14 Tage, die sie in Österreich sind: Eis-Essen, Ausflüge und vor allem einfach mal „Kind-Sein“.

Initiator der „Tschernobyl Kinder“ in Ybbs, Franz Brachinger, das 500. Kind Kristina in der ...
Initiator der „Tschernobyl Kinder“ in Ybbs, Franz Brachinger, das 500. Kind Kristina in der Mitte und Ärztin Victoria Koval, die als Ärztin mit dabei ist.(Bild: Franz Crepaz)

Man wolle den Kindern ein Gefühl von Hoffnung vermitteln. Sind sie wieder in der Ukraine, trudeln oft Anrufe von Kindern bei Brachinger ein: „Sie bedanken sich für die schöne Zeit, die sie in Österreich hatten.“

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