Mädchen geköpft

Mutter unter Mordverdacht

Dem Mädchen den Kopf abgesägt, die Hände abgehackt - den Rest der Leiche angezündet und in der Donau versenkt: Grauenvoll, unter welchem Verdacht Mutter Romana Miny (42) aus Hadersdorf am Kamp (NÖ) Freitag verhaftet wurde. Sie soll ihre leibliche Tochter Sandra (21) auf schreckliche Weise ermordet haben. Die Frau liegt nach einem Nervenzusammenbruch in der Psychiatrie. Sie kann und will nicht sagen, warum…

Straßenarbeiter hatten am 16. Jänner beim B -3-Parkplatz am Donauufer von Sarmingstein (OÖ) den schaurigen Fund gemacht: Eine nackte, verbrannte und tätowierte Leiche ohne Kopf und Hände lag eineinhalb Meter tief im Wasser. Daneben verkohlte Kleiderfetzen - und die Tatwerkzeuge: schwarze Benzinkanister, eine Säge und eine Axt.

„Da war ein ganz perfider, perfekter Mord geplant“, war den Linzer Ermittlern von Anfang an klar, dass die Leiche deshalb derart brutal verstümmelt, verbrannt und versenkt worden war, um mit aller Gewalt ihre Identifizierung zu verhindern: „Der Name des Opfers wird uns zum Täter führen“, baten die Fahnder die Medien um Hilfe: „Wer kennt die großflächigen Tattoos der unbekannten Toten?“

Tätowier-Künstler meldete sich
Es meldete sich der Tätowier-Künstler Gerhard Wimmer (27) aus Echsenbach (NÖ), der das Punk-Mädchen Sandra Miny (21) aus Hadersdorf (NÖ) mit Fantasy-Motiven verziert hatte. Ihr kleines Mansardenzimmer war leer, ihre in der Nähe wohnende Mutter total verstört: Sie habe ihre Tochter am 9. Jänner nach Krems zum Bahnhof gefahren und seither nichts mehr gehört, weinte die Frau, ehe sie kollabierte und mit einem Nervenzusammenbruch ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Warum wurde keine Abgängigkeitsanzeige erstattet?
Sie ließ die Kripo mit verdächtig vielen offenen Fragen zurück: Wohin wollte die Tochter angeblich fahren? Warum hatte die Mutter Sandras Handy? Warum wurde keine Abgängigkeitsanzeige erstattet? Dafür fanden die Ermittler nun schockierende Antworten: Blut im Kofferraum ihres Ford-Fiesta beweist, dass Romana Miny das massakrierte Punk-Mädchen abtransportiert hatte. Ein Tankwart in Hadersdorf bestätigt, dass die Mordverdächtige die Benzinkanister bei ihm gekauft und befüllt hat. Und Zeugen erkannten auch den Spaten als Eigentum der Frau wieder.

Daraufhin wurde ein richterlicher Haftbefehl erteilt: Die geschiedene Frau wurde von Wien in die Linzer Landes-Nervenklinik überstellt. Die Patientin muss aber verhört werden: „Sie muss uns verraten, wo sie die Leiche geköpft, verstümmelt und verbrannt hat“, erklärt Oberösterreichs Sicherheitsdirektor Alois Lißl, dass bisher kein Tatort gefunden werden konnte. Ungeklärt sei auch noch, wie die 60-Kilo-Frau die 70-Kilo-Leiche allein über die vereiste Uferböschung schleppen konnte, wo nur Blutstropfen im Neuschnee gefunden wurden: „Einen Freund oder Komplizen kennen wir nicht.“ Und kein Motiv.

 

 

Foto: Chris Koller

Donnerstag, 25. Februar 2021
Wetter Symbol