Mi, 18. Juli 2018

Tests im Burgenland

19.07.2014 06:00

Forscher wollen Windstrom in Diesel umwandeln

Im Burgenland arbeiten Forscher an der Entwicklung eines Verfahrens, mit dem man überschüssigen Windstrom in Diesel umwandeln kann. Schon im Jahr 2020 könnte eine erste Winddiesel-Analge errichtet werden, zeigt sich ein Projektkonsortium unter Führung des ACR-Instituts Güssing Energy Technologies zuversichtlich.

"Es ist eine frühe Entwicklungsphase, die Versuche werden im Technikum Güssing durchgeführt", erklärte Geschäftsführer Richard Zweiler im Gespräch. Das Besondere bzw. Neue auf diesem Gebiet sei, dass für kleinere Anlagen entwickelt werde und man sich auf Biomasse spezialisiere. Mit dem Projekt werde der Kreis innerhalb der burgenländischen Forschung geschlossen. Windkraft im Norden und Biomasse im Süden arbeiteten ab jetzt gemeinsam an einer Lösung, die weltweit führend sein werde.

Derzeit produzieren die 183 Windenergieanlagen der Energie Burgenland 800 Millionen Kilowattstunden (kWh) pro Jahr an elektrischer Energie. Würde man etwa 30 Prozent davon in Überschusszeiten dazu nutzen, um Diesel zu erzeugen, könnten pro Jahr 25 Millionen Liter Diesel aus Wind produziert werden, hieß es in einer Aussendung.

Mehr erneuerbare Energieträger
Das Burgenland als Land mit der bundesweit höchsten Pkw-Dichte und der höchsten durchschnittlichen Kilometerleistung pro Jahr, könnte damit den Anteil an erneuerbaren Energieträgern im Verkehr von derzeit sieben auf 40 Prozent erhöhen.

Dies werde laut dem Unternehmen möglich, weil die Vergasungsanlage 7.500 Stunden im Jahr in Betrieb sei und mit der angeschlossenen Fischer-Tropsch-Anlage (mit dieser lässt sich ein Kohlenstoffmonoxid-Wasserstoff-Gemisch in flüssige Kohlenwasserstoffe umwandeln, Anm.) zusätzlich die dreifache Menge an Diesel erzeuge, die aus Windenergie gewonnen werden könne. "Damit können alle 105.000 Diesel-Pkw des Burgenlandes völlig CO2-neutral betrieben werden", erläuterte Zweiler.

Zu den nächsten Schritten gehöre die Weiterentwicklung des Fischer-Tropsch-Dieselreaktors in Laborversuchen, um die Einspeisung von Wasserstoff aus Windenergie zu ermöglichen. Weiters müssen man umfangreiche Simulationsmodelle erstellen und die Kosten einer Großanlage abschätzen, um die Wirtschaftlichkeit des neuen Verfahrens zu berechnen, heißt es.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.